Muss ich die Stickstoffdüngung meiner Kulturen ändern?

Bei der Abstimmung der Stickstoffdüngung auf ein pflugloses Anbausystem - vor allem bei Anwendung von Direktsaat - ist zu berücksichtigen, dass die Bodenerwärmung im Frühjahr langsamer verläuft und sich das Mineralisationsverhalten pfluglos bewirtschafteter Flächen verändert.

Düngerarten

Bei der Düngerform sollten schnellwirkende Dünger (AHL, KAS) bevorzugt werden. Bei Harnstoff oder Kalkstickstoff kann die höhere Enzymaktivität des Bodens vermehrte Ammoniakverluste verursachen.

Erhöhte Startgabe - dafür später geringere Stickstoffgaben

Der Nitratgehalt ist zu Vegetationsbeginn in der Regel niedriger als auf gepflügten Flächen, was eine Erhöhung der Startgabe nötig machen kann, insbesondere wegen verzögerter Mineralisierung und bei Direktsaat auch wegen geringerer Bodendurchwurzelung. Damit lässt sich z.B. die Jugendentwicklung von Mais fördern.

In den Phasen hoher Mineralisation (ab Mai) kann die Düngung reduziert werden, so dass der N-Aufwand in der Summe etwa gleich bleibt.

Erhöhter N-Bedarf in Umstellungsphase und bei hohem Strohanfall

In der Umstellungsphase ist in reinen Ackerbaubetrieben vor allem auf inaktiven, schweren Böden ohne organische Düngemittel mit einem höheren Stickstoffaufwand zu rechnen, der seine Ursache im Aufbau von Dauerhumusformen hat. Vor allem, wenn hohe Strohmengen der Vorfrucht auf dem Acker verbleiben, kann z.B. zu Winterraps und Wintergerste auf bestimmten Standorten bereits im Herbst eine leichte N-Düngung für eine bessere Strohumsetzung sorgen. Dabei ist darauf zu achten, dass eine Nitratauswaschung über Winter aus Gewässerschutzgründen zu vermeiden ist.

Anpassung der Düngestrategie ist sinnvoll - "Bedarfsgerechte Stickstoffdüngung"

Viele Praktiker aus der Region berichten, ihre Düngestrategie bei der Umstellung der Bodenbearbeitung nicht verändert zu haben, wenngleich es in bestimmten Jahren im Nachhinein betrachtet sinnvoll gewesen wäre. Probleme traten bei unveränderter Düngung insbesondere in Form von Stickstoffmangel bei Winterweizen nach Mais und in Form von schlechter Jugendentwicklung von Mais in kalten Frühjahren auf.


 

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