Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais-Monokultur, z.T mit Beregnung

Bodentyp

Mehr oder weniger tiefgründiger sandig-toniger Lehm des oberelsässischen Vogesenvorlandes

Motivation und Bedingungen für den Pflugverzicht

Seit 1995 werden Winterraps und Winterweizen pfluglos mit einer klassischen Grubber-Sämaschinen-Kombination bestellt. Dadurch ließen sich die Arbeitsspitzen der Herbstbestellung brechen. Nach der Anschaffung von Spezialgeräten (Sämaschine, Lockerer, Federzahnegge) wurde dies auch mit Erfolg bei Mais versucht. Infolgedessen konnte noch deutlich mehr Arbeitszeit eingespart werden.

Das Anbauverfahren muss den Anbauerfolg sicherstellen.

Arbeitskalender

Termin Oktober März  April Mai
Maßnahme Ernten und Mulchen
Stoppelbe-arbeitung Flache Frühjahrsbe-arbeitung Saatbettlok-kerung
Maissaat

Düngung:

18-46-0, danach Harnstoff

 

Unkrautbe-kämpfung:

1-2 Mal Callisto - Milagro mit 1/3 der Aufwand-

menge + Nesterbe-handlung mit Banvel

Geräte

Eigener Mäh-

drescher mit Häcksler unter dem Schneide-

tisch

180 PS Breitreifen + 5m Scheiben-

egge

180 PS mit Breitreifen + 6m Federzahn-

egge

180 PS mit Breitreifen + 6-reihiger Héliosol-Grubber

120 PS + klassische 6-reihige Drillma-

schine mit Scheiben-räumern

Bodentiefe
10 cm bei 15 km/h 5 cm quer bei 12 km/h 20-25 cm bei 8-10 km/h
4-5 cm bei 6 km/h

Entschei-

dungsregel

Kein Befahren von feuchtem Boden wegen Verdichtungs-gefahr

Stroh trocken, Boden abgetrok-

knet

Boden abgetrok-

knet

Abgetrok-

kneter Bearbei-tungshori-

zont - 8 Tage vor der Saat

Die Bodenver-hältnisse müssen optimal sein
Ziele Während der Weinlese einen trockenen Mais ernten
Ernterück-stände einmischen für schnellen Abbau Boden auf 5 cm Tiefe wieder öffnen Boden belüften, das Bodenprofil homogeni-sieren, damit Mais nicht verhockt Gelungene Saat

Maßnahme erfolgreich / Wieso?

Einmischung offensicht-

lich

Feinerde Weder Verschmieren noch wieder zugehen Saatreihe von Ernteresten freigeräumt

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Kein Effekt
-
Aufwand - Erhöhung des Maschinenkapitals durch Neuzugänge
Pflanzenbau

"Grusiger Boden/Sandbüchse"

Tragfähigkeit

Dränverhalten

Homogenität des Bodenprofils

Besser bearbeitbarer Boden                      

Phoma bei Raps
Arbeitswirtschaft

Brechung der Arbeitsspitzen


Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Wissen, wann man beginnen soll

Bodenprofile an ausgewählten Stellen

Abwarten können

Möglichkeiten der pfluglosen Bearbeitung auf staunassen tonigen Böden (Montmorillonite)

Keine? Deshalb keine pfluglose Bearbeitung dieser Böden

 

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Das Mulchen ist eine wichtige Maßnahme bei diesem Anbauverfahren, da es die Geschwindigkeit und Güte der nachfolgenden Arbeiten bedingt.
  • Auch für die Bekämpfung des Maiszünslers ist das Mulchen sehr wichtig.
  • Lockerung: Im Herbst bei den Tonböden, sobald diese abgetrocknet sind (eher November als September). Im Frühjahr seit 2 Jahren bei schönem Wetter auf Lehm und manchen Sandböden, damit sich diese nicht wieder schließen. Wartet immer 3-4 schöne Tage ab, ganz systematisch bei Mais und Raps.
  • Beregnung bereitet keine Schwierigkeiten: solange die Vegetation den Boden noch nicht vollständig deckt, kleine Düsen verwenden, Gesamtmenge reduzieren.

Stellungnahme der Beratung

  • Die Stoppelbearbeitung mit der Scheibenegge erlaubt eine gute Enmischng des Maisstrohs, kann aber zu Verstopfungen führen, wenn das Stroh nicht kurz gehäckselt ist, und wenn die Scheiben zu eng stehen. Außerdem besteht bei diesen Böden die Gefahr, dass der Boden zu fein wird oder verschmiert, wenn es zu feucht ist.
  • Die Verwendung eines Packers nach flacher Bearbeitung kann die Adhäsion verschlechtern (Schlupf) und Verdichtungen des Bearbeitungshorizonts in den Saatspuren hervorrufen. Die Nachbearbeitung muss später erfolgen oder unterbleiben. Der Einsatz eines Lockerungsgeräts zu diesem Zeitpunkt erleichtert die Wurzelentwicklung des Mais, es besteht jedoch die Gefahr des Verschmierens in feuchten Frühjahren bzw. der Austrockung in trockenen Jahren, wenn keine Beregnung möglich ist. Die Gefahr ist umso größer, je heterogerner die Bodenverhältnisse des Schlages sind.
  • Auf staunassen Böden gibt es folgende Möglichkeiten für pfluglose Verfahren: Stoppelbearbeitung mit anschließender Lockerung im Herbst, um das Wasser versickern zu lassen; Direktsaat im Frühjahr. Wenn die Tragfähgikeit des Bodens im März die Abtötung einer Zwischenfrucht erlaubt, kann diese zur Austrockung des Bodenprofils eingsetzt werden.
DruckenKontakt

Mit finanzieller Unterstützung aus dem Innovationsfond Klima- und Wasserschutz der badenova AG und Co.KG

logo_badenova

© Agentur Anna 2010