Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais-Monokultur ohne Beregnung, Zwischenfrucht nur nach Weizen

Bodentyp

Sandige und saure Böden des Hügellandes von Brumath

Motivation für den Pflugverzicht

Die pfluglose Bearbeitung wurde 2001 eingeführt, nachdem Verschlämmungsprobleme 1999 zu starken Ertragseinbußen geführt hatten. Mit pflugloser Bearbeitung konnte dieses Problem gelöst werden.

Auf diesen sandigen und zur Austrocknung neigenden Böden, auf denen das Ertragspotential von Mais begrenzt ist, strebt der Landwirt Kostensenkungen an, sowohl bei den Investitionen als auch bei den Betriebsmitteln

Kulturführung und Beobachtungen

Das Anbauverfahren muss auch mit den auf dem Betrieb vorhandenen Geräten funktionieren. Es sollen herkömmliche Geräte verwendet werden, die Aufwandmengen werden an das Ertragspotenzial des Schlags angepasst (Saatstärke von Mais kann bis auf 50.000 K/ha abgesenkt werden), es werden Leguminosen zur Stickstoffbindung angebaut.

Arbeitskalender

Termin November   Februar April April/Mai
Maßnahme Ernte
Schlegeln Grubbern Flache Saatbettb-earbeitung
Saat

Unkrautbe-kämfpung: die eine Hälfte der Schläge im Vorauflauf (Alachlor - Lagon), die andere Hälfte im Nachauflauf (Callisto-Mikado) + evtl. Nesterbe-handlung gegen Winden

 

Regelmäßiges Kalken

Geräte Lohnunter-nehmer

80 PS + Mulcher 3 m, niedrige Fahrge-schwindig-

keit

80 PS + Grubber 2,5 m 80 PS + Federzahn-, Kreisel- oder schwere Egge, je nach Kluten
80 PS + 4-reihige klassische Scheibensä-maschine
Bodentiefe
10 cm bei 6-7 km/h 5 cm bei 5-10 km/h
5 cm bei 5-7 km/h

Entschei-

dungsregel

Mais muss reif sein
So kurz wie möglich vor der Saat

Optimal abgetrock-

neter Boden

Ab Mitte April
Ziele

Ertrag mit ertrag-

reichen späten Sorten

Perfektes Schlegeln Maisstängel zerkleinern und einarbeiten sowie oberflächlich lockern Einebnen und belüften In ebenen Boden säen
Maßnahme erfolgreich / Wieso?

Befriedi-

gender Ertrag für Betriebs-mittelinput

Feines Häckseln Möglichst wenig Stängel an der Bodenober-fläche um bei der Saat Verstopfungen zu vermeiden

Gleichmäs-

sige Saattiefe

Entwicklung und Fruchtbarkeit der Maispflanzen

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Bei Mais und Tabak etwas geringer (unregelmäßiger)
x
Aufwand Halb soviel Kraftstoff, keine zusätzlichen Investitionen x
Pflanzenbau

Tragfähigkeit der Böden bei (später) Ernte

Braune Farbe

x
Arbeitswirtschaft Zeitersparnis (aber nicht genug, um die Zeit anderweitig zu verwerten) Effekt der Betriebsgröße umd den Zeitgewinn zu verwerten

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Zerstörung der Maisstängel Bodenbearbeitung mit Zinkengeräten nicht am Vormittag, wennn die Stängel feucht sind, sondern wenn es trocken ist. Die Stängel brechen dann leichter.
Wie verhalten sich Boden und Bestände in feuchten Jahren? ?

Andere Veränderungen

Einbau von Begrüngungen, Fruchtfolge und Leguminosen

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Ziel: keine flache Saatbettbereitung im Frühjahr mehr, da mit den Scheiben Feinerde geschaffen und der Boden belüftet werden kann.
  • Die Begrünung zwischen Winterweizen und Mais wird mit Glyphosat abgespritzt
  • Nach dem Grubber ist der Boden nicht eben genug
  • Da der Boden tragfähig ist, wird immer spät geertnet, ohne Probleme
  • Da die Böden schlecht sind, sät der Landwirt nach verschiedenen Versuchen zwischen 50.000 und 80.000 K/ha und erzielt damit im Vergleich mit den Nachbarn korrekte Erträge

Stellungnahme der Beratung

  • Auf flachgründigen Böden mit niedrigem Ertragspotential kann man mit pflugloser Bodenbearbeitung und relativ einfachen Verfahren substantielle Einsparungen erreichen, ohne dass Investitionen anfallen (bzw. nur geringe).
  • Die landbaulichen Risiken liegen in der geringen Strukturstabilität, die zu Verfestigung und Verschmierungen führen kann
  • Die Saatbettbereitung muss so kurz wie möglich vor der Saat bei abgetrocknetem Boden erfolgen
  • Gutes Anbauverfahren!
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