Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais-Monokultur mit Beregnung und Zwischenfrucht

Bodentyp

Schwere Tonböden des braunen, schwarzen und grauen Rieds der Ill

Motivation für den Pflugverzicht

Trotz der geringen Größe des Betriebs wurde von 7 Jahren kurzfristig in Spezialgeräte für die pfluglose Bodenbearbeitung investiert. Aus Gründen der Rentabilität müssen diese Geräte auch in anderen Betrieben eingesetzt werden. "Nur mit geeignetem Gerät und entsprechendem Know-How lassen sich gute Ergebnisse mit pflugloser Bodenbearbeitung erzielen". Die Zwischenfrüchte müssen an jede Situation angepasst werden. Sie spielen eine wichtige Rolle in verschiedener Hinsicht, insbesondere im Überschwemmungsbereich: Zurückhaltung des Bodens,  Erhaltung der Bodenstruktur, Beschleunigung des Abtrocknens der Böden.

"Das Anbauverfahren wird ein Jahr im Voraus festgelegt", ist Ausdruck der Notwendigkeit, den Boden in guter Struktur und eben zu halten.

Arbeitskalender

Termin Oktober April
Mai
Maßnahme Stoppelbear-beitung Saat der Zwischenfrucht

Saatbettbe-

reitung oder Glyphosat

Saat

Unkrautbe-kämpfung im Nachauflauf: mechanisch durch zweimaliges Hacken (und chemisch mit Callisto-Milagro, Banvel)

 

Düngung:

Startdüngung und Harnstoff platziert und eingeareitet

Geräte 200 PS + Mulchtiller 6m 200 PS + SD 4000 200 PS + Mulchtiller mit Gänsefuß-scharen (6m) bzw. 1-1,5l/ha
200 PS + 6-reihiges Spezialgerät für Direktsaat
Bodentiefe 3 cm bei 15-17 km/h (15 km/h) <5cm bei 15-17 km/h
(6 km/h)

Entschei-

dungs

regel

Direkt nach der Ernte Je nach Jahr und Art der Zwischenfrucht Bei trockenem Boden mechanisch; chemisch am Tag vor der Saat

Bodenbe-dingungen

Kein Termin

Ziele Stroh und Erde vermischen

Bodenbedek-

kung

Zwischenfrucht und Unkraut vernichten
Gedrungene Pflanzen

Maßnahme erfolgreich / Wieso? Immer Wirksamkeit der Abtötung

Ökonomisch optimale Bestandes-

dichte und Stängeldurch-messer

Anmerkungen Schläge im Überschwem-mungsgebiet ohne Stoppelbear-beitung Andere Zwischenfrucht im Überschwem-mungsgebiet

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag

Stabil bei 107 dt/ha, besser auf Überschwemmungsflächen

-
Aufwand

Weniger Beregnungsgaben

Stickstoff

Geringere Saatstärke

Investitionsbedarf

Zu bewirtschaftende Fläche

Pflanzenbau

Erosion

Bodenkenntnis

-
Arbeitswirtschaft

90% weniger Arbeit

Technisch - erfordert Kenntnisse und Praxiserfahrung

Suche nach geeigneter Technik und Zwischenfrucht

Andere Veränderungen

  • Technische Anforderungen an die Arbeistbedingungen: Feuchte
  • Verhalten des Bodens
  • Beaobachtungsaufwand
  • Die einzelnen Bewässerungsgaben sind höher, um Austrockungs- und Befeuchtungsphasen zu ermöglichen

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Die Zwischenfrucht setzt sich aus mehreren Arten zusammen, die je nach Boden und Jahr wechseln und die der Landwirt nicht verraten will.
  • Seit 5 Jahren keine Probleme, dass nicht rechtzeitig hätte bearbeitet werden können.
  • Bei weißen Lehmböden wurde einige Male gelockert, was aber nach Ansicht des Landwirts in 95% der Fälle nicht gerechtfertigt ist.
  • Direktsaat ohne Stoppelbearbeitung im herbst erfolgt auf verschlämmenden und überschwemmungsgefährdeten Flächen (ca. 5 ha).
  • Der zweite Hack-Arbeitsgang ist ein Anhäufeln, um die Reihen zu bedecken.
  • Die mechanische Abtötung der Zwischenfrucht erfolgt Anfang April bei geeignetem Wetter (abgetrockneter Boden), die chemische Abtötung am Tag vor der Saat, wenn der Boden befahrbar ist und die Luftfeuchtigkeit stimmt.
  • Saat: robuste Pflanzen ohne Gesundheitsprobleme, niedrige Saatstärke. Ziel sind dabei kräftige Einzelpflanzen (Stängeldurchmesser).
  • Beregnung: 3-4 Mal, je nach Bedarf, aber mit hohen Einzelmengen.

Stellungnahme der Beratung

  • Diese Verfahren erfordert Spezialgeräte, da es hohe Arbeitsgeschwindigkeit (für eine gute Einmischung oberhalb des Saathorizontes) und Aussaatqualität, notfalls auch ohne vorherige Saatbettbereitung gewährleisten muss.
  • Für die Einführung des Vefahrens bedarf es einer vorherigen Auseinandersetzung und Erfahrung mit den Effekten einer pfluglosen Bestellung.
  • Die Aussaat der Zwischenfrucht kann aus Kostengründen breitwürfig mit nachfolgender Stoppelbearbeitung erfolgen.
  • Die späte Abtötung der Zwischenfrucht scheint den Mais auf diesen im Frühjahr meist wassergesättigten Böden nicht zu beeinträchtigen. Im Gegenteil trocknen sie das Profil ab.
  • Die mechanische Abtötung einer winteharten Zwischenfrucht ist heikel und kann misslingen. Das dazu eingesetzte Gerät scheint geeigent zu sein, sofern die Abtrocknung des Bodens optimal ist.
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