Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais-Monokultur mit Zwischenfrucht, ohne Beregnung

Bodentyp

Verschlämmender weißer Lehm - Hügellandschaft des Nord-Elsass

Tonige Lehme der Vogesen-Vorbergzone

Schwere Tonböden des blonden oder braunen Rheinrieds - Ried Nord

Motivation für den Pflugverzicht

Die Schlammlawinen in Nachbardörfern haben den Landwirt veranlasst, nach Möglichkeiten zur wirksamen Erosionsbekämpfung zu suchen.

Ziel des Anbauverfahrens ist die Minimierung der Bewirtschaftungskosten und eine möglichst geringe Störung der Bodenschichtung mit Belassung der Ernterückstände an der Bodenoberfläche.

Kulturführung und Beobachtungen

Direktsaat mit Zwischenfrucht ist sicher die beste Methode, verlangt jedoch Spezialmaschinen. Die damit innerhalb von zwei Jahren verbundenen Investitionen bringen einen Betrieb zweifellos kurzfristig finanziell in Bedrängnis. Die bereits festgestellten und bis zum Ende der Umstellungsphase noch erwarteten agronomischen und ökonomischen Ergebnisse scheinen jedoch mehr als zufriedenstellennd zu sein.

Arbeitskalender

Termin November
April Mai
Maßnahme Breitwürfige Saat der Zwischenfrucht (120 kg/ha Winterhafer)
Mulchen
Abtötung der Zwischenfrucht (1,5 l/ha Glyphosat) Maisaussaat

Nachauflauf-Herbizid

 

Düngung immer nach der Saat, um zwischen den Reihen zu fahren

Geräte 90 PS + Schleuder-streuer 140 PS + Mulcher
90 PS + Spritze 90 PS + Spezialsä-maschine mit gewellten Scheiben + rotierenden Klutenräumern + Andruckwalze
Bodentiefe


5 cm tief bei 12 km/h

Entschei-dungsregel

So bald wie möglich nach der Ernte (Feuchte) Direkt nach der Saat der Zwischenfrucht
15 Tage vor der Saat, damit Licht auf den Boden kommt
Noch feuchter Boden, optimaler Sätermin
Ziele Nicht abfrierende Zwischenfrucht die strukturiert ohne negative Effekte

Zerkleinerung der Ernterück-

stände

Schlag muss bei der Saat sauber sein (Zwischenfrucht und Unkräuter zerstört)
Guter Start des Mais und gute Verwurzelung
Maßnahme erfolgreich / Wieso? Saat der Zwischenfrucht vor 22.11. Einwirkzeiten von Glyphosat einhalten Feldaufgang (72.000 Pfl/ha)

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag gleichwertig -
Aufwand Diesel, Unterhalt, Arbeitsstunden, Grund- und Stickstoffdüngung mit den Investitionen verbundene Abschreibungen
Pflanzenbau Durchwurzelung, mürber Boden lässt sich leichter bearbeiten -
Arbeitswirtschaft Arbeitszeit, Anzahl und Tempo der Bearbeitungsmaßnahmen -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Psychologisches Problem im ersten Jahr: chaotischer Zustand der Schläge, schlechter Start des Mais, Einstellungsprobleme bei der Sämaschine Unterstützung durch Beratung, Arbeit an sich selbst
10% Minderertrag Übergangsphase einplanen - 3 Jahre mit Ertragsminderungen bis neues Gleichgewicht erreicht ist

Sonstige Veränderungen

Agronomische Betrachtungsweise über pfluglose Bearbeitung vermittelt; Einbau von Zwischenfrüchten und Fruchtfolge; Bodenprofile ansehen; reduzierte Stickstoff- und Grunddüngung

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Ist die Vorfrucht unter feuchten Bedingungen geerntet worden, kann im Herbst 35 cm tief gelockert werden. Ein Bodenprofil gibt Aufschluss, ob es die Bodenverhältnisse erlauben.

Stellungnahme der Beratung

  • Eine Zwischenfruchtaussaat mit dem Schleuderstreuer bringt gute Ergebnisse und ist deutlich billliger als eine Aussaat mit der Sämaschine.
  • Die Abtötung der Zwischenfrucht wird relativ spät vorgenommen: zur Vermeidung von allelopathischen Wirkungen auf den Mais werden 30-45 Tage empfohlen.
  • Tiefe Bodenbearbeitung wird nicht systematisch vorgenommen, sondern nur bei Bedarf. Die Bodenbearbeitung wird an den Bodenzustand angepasst, daher ist die Beobachtung das beste Mittel zur Beurteilung der Notwendigkeit von Maßnahmen.
  • Die Ansaat einer Zwischenfrucht erlaubt die Erhaltung der von der Vorfrucht oder einer mechanischen Lockerung hinterlassenen Bodenstruktur und vermeidet damit die Verfestigung von Lehmböden.
  • Damit die Scheiben der Sämaschine zuverlässig in den Boden eindringen, muss die Sämaschine angepasst und gut eingestellt sein.
  • Die Unkrautrglulierung ist ohne eine Stoppelbearbeitung schwieriger. Die Unkrautbekämpfung bei Haupt- und Zwischenfrucht muss dann tadellos funktionieren. Fruchtfolge bleibt die beste Lösung.
  • Ohne Saatbettbearbeitung im Frühjahr trocknet das zukünftige Saatbett schlechter ab. Deshalb ist im Frühjahr ein geduldiges Abwarten guter Saatbedingungen zwingend erforderlich.
  • Auf Tonböden: der landbauliche Ansatz, nicht der Bodentyp, bestimmt Zeitpunkte und Bedingungen der Arbeitsgänge. Dabei sind Zwischenfrucht und Direktsaat die Grundlage für das "System Boden".
  • Auf Tonböden: eine oberflächliche Stoppelbearbeitung kann auf den kalten Ton-Böden das Auskeimen der Zwischenfrucht und den Abbau der Ernterückstände fördern, solange die Parzellen im Winter nicht überschwemmt sind.
  • Auf Tonböden: Saatbettbereitung unter ungeeigneten Bedingungen (Kreiselegge) sowie schwaches Anfangswachstum des Mais können die Erträge mindern. Eine Aussaat ohne Saatbettbereitung im Frühjahr ist wahrscheinlich der beste Kompromiss.

 


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