Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Zwiebeln - Zuckerrüben - Mais (3 Jahre) ODER Zuckerrüben - Mais (3 Jahre)

Mit Beregnung, ohne Zwischenfrüchte

Bodentyp

Sandig-lehmiger Riedboden und steinige Ried-Sande

Motivation und Bedingungen für den Pflugverzicht

Die pfluglose Bodenbearbeitung wurde erstmalig 1992 auf nicht rechtwinkligen Schlägen erprobt, auf denen mit dem Pflügen in Arbeitsspitzen viel Zeit verloren ging. Seit 1996 wird der gesamte Betrieb pfluglos bewirtschaftet, auch zu den Zuckerrüben und den später eingeführten Sonderkulturen (Zwiebeln und Tabak). Die Strategie der Kostenreduzierung muss einhergehen mit einer Arbeitsvereinfachung im Ackerbau zugunsten der Sonderkulturen. Das Anbauverfahren muss sich mit den auf dem Betrieb verfügbaren Geräten zufriedenstellend durchführen lassen.

Vor Zuckerrüben und Zwiebeln ist eine feinere Bearbeitung notwendig (Boden-Samen-Kontakt bei Zuckerrüben und weil die Maiswurzeln die Zwiebelernte behindern könnten).

Arbeitskalender

Termin Mitte Okt - Anfang Nov
Dezember März
Mai
Maßnahme

Ernte und Stoppel-schlegeln unter dem Schneide-

tisch

Mulchen Tiefe Stoppel-bearbeitung 1 oder 2 Saatbett-bereitungen
Saat

Düngung:

200 kg/hat NP 18-46 zur Saat

 

Unkrautbe-kämpfung:

Mikado-Milagro-Starane breitflächig im 6-8-Blatt Stadium von Mais

Geräte

Mäh-

drescher von Lohnunter-nehmer

130 PS ND + Häcksler 3 m

130 PS + Smaragd-Grubber 3m

110 PS Niederdruck-reifen + 4m Federzahn-

egge + Packer (ganzes Gewicht auf den Rollen)

110 PS + klassische 6-reihige Scheibensä-maschine mit rotierenden Kluten-

räumern

Einstellungen
8 km/h

10-15 cm bei 8-10 km/h und 20 ha/Tag

An 3 Stellen: 1. Reihe weniger tief als die letzte, um Ernterück-stände aufzureihen
8-8,5 km/h

Entschei-

dungsregel

Wartet ab, bis der Lohnunter-nehmer die Erntekam-

pagne abschließt

Gleich nach dem Mähdrusch, solange das Stroh noch trocken ist Nachts bei -2 bis -3 °C Bodenfrost. Ideal: Stroh gerade gefroren

Je nach Zersetzungs-

grad der Ernterück-stände nach Winter - etwa 14 Tage vor der Saat

20.-25. April, wenn Boden erwärmt

Ziele

Spät ernten, um Wasser-

gehalt zu senken. Böden erlauben dies + Mulchen fällt dann leichter

Zersetzung der Ernterück-stände fördern

Stroh und Boden mischen Saatbettvor-bereitung
Eher spät säen, damit schneller Aufgang

Maßnahme erfolgreich / Wieso? Körner sind trocken für Qualität Ernterück-stände sehr fein zerkleinert

Feinkrüme-

liger Boden und eingear-

beitetes Stroh

Feines Saatbett erreichen Erwartet bessere Bodenver-hältnisse

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Zufriedenstellend Ertragseinbußen im 2. und 3. Jahr
Aufwand

Halb so hoher Kraftstoffbedarf

Beregnung

-
Pflanzenbau

1% Zuwachs organischer Substanz in 12 Jahren

Strukturstabilität und Tragfähigkeit des Oberbodens

Weniger Beinigkeit bei Zuckerrüben

Immer weniger Lockerung nötig

Höhere Trockenheitsresistenz

Verschwinden der Pflugsohle

-
Arbeitswirtschaft Zeitgewinn -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Mehr Unkräuter beim Auflaufen

Nicht mehr Behandlungen sondern mehr Effizienz

Schlechtere Wurzelentwicklung von Mais, weil das Saatbett nicht so fein ist wie nach dem Pflügen

Zu Mais eine zusätzliche Bearbeitung mit der Federzahnegge

Dichtlagerung des Bodens nach Lockerung mit anschließendem Regen im Frühjahr

Keine Lockerung im Frühjahr bzw. höchstens mit schneller Bestellung danach

Andere Veränderungen

  • Bei trockenem Frühjahr: Rückverfestigung mit Packer um die Feuchte zu erhalten; in feuchten Jahren: Geduld.
  • Nachtarbeit auf gefrorenem Boden

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Nicht grubbern, wenn der Boden zu tief gefroren ist, da sich dann Ernterückstände und Boden nicht mehr mischen. Falls danach noch zu viele Ernterückstände übrig sind, Überfahrt mit Packerwalzen bei -2 bis -3 °C um die Stängel zu knicken.
  • Insbesondere vor Zwiebeln müssen die Ernterückstände von Mais fein zerkleinert werden, da sie sonst deren Ernte behindern.
  • Zuckerrüben und Zwiebeln: in den drei ersten Jahren wurde vor der Aussaat der Zuckerrüben systematisch gelockert, um die Pflugsohle zu zerstören. Das Anbauverfahren entspricht dem von Mais, mit einer zusätzlichen Bearbeitung mit der Federzahnegge sowie einer Lockerung der Feldränder nach Zuckerrüben. Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt in den erwärmten Boden mit einer klassischen 12-reihigen Sämaschine mit Packerwalze, um die Feuchtigkeit zu blockieren, ohne Klutenräumer.

Stellungnahme der Beratung

  • Auf kiesigen Böden lassen sich durch pfluglose Anbauverfahren, die relativ einfach sind und nur geringe oder keine Investitionen erfordern, substantielle Einsparungen erreichen.
  • Die landbaulichen Risiken sind in der geringen Stabilität der Bodenstruktur begründet, die zu Schmierschichten und Verdichtungen führen können.
  • Die Saatbettbereitung im Frühjahr muss auf abgetrocknetem Boden möglichst kurz vor der Aussaat erfolgen.
  • Dies ist ein beispielhaftes Referenzverfahren.
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