Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais - Weizen (mit Strohbergung) mit Zwischenfrüchten, ohne Beregnung

Bodentyp

Lehmiger Ton bis toniger Lehm auf Löss oder schwerem Lehm des Hügellandes am Fuße der Vogesen

Motivation für den Pflugverzicht

Mit der pfluglosen Bodenbearbeitung soll Zeit gewonnen und die Erosion bekämpft werden, ohne dass große Kosten entstehen (vorzugsweise mit Maschinenring).

Kulturführung und Beobachtungen

Die Verwendung eines mit einem Säaggregat kombinierten Gerätes zur Stoppelbearbeitung gibt zufriedenstellende Ergebnisse.

Nach acht Versuchsjahren hat der Landwirt komplett auf pfluglose Bodenbearbeitung umgestellt. Das Verfahren unterscheidet sich geringfügig vom Pflugverfahren (die tiefe Stoppelbearbeitung ersetzt den Pflug). Auf Dauer sollen noch die Bearbeitungstiefe und die Anzahl der Bearbeitungsgänge reduziert werden.

Arbeitskalender

Termin September März April Mai
Maßnahme

Tiefes Grubbern und Aussaat der Zwischen-

frucht (Senf oder Phacelia + Hafer)

Zerstörung der nicht abgefrorenen Zwischen-

früchte (2 l Glyphosat)

Saatbettbe-

reitung

Maisaussaat

Düngung: 140 - 150 mineralischen N + Rindermist

 

Unkrautbe-kämpfung im Nachauflauf:

Mikado - Milagro + Banvel gegen Winden

Geräte 110 PS Grubber 11-zinkig mit 3m Säaagregat 110 PS + schwere Egge 5m
110 PS + JD Scheibensä-maschine mit Klutenräumer
Bodentiefe

18-20 cm + 2-3 cm für Aussaat der Zwischen-

frucht, bei 8 km/h

10 cm bei 7 km/h
4-5 cm

Entscheidungs-

regel

Eingreifen bevor der Boden zu feucht ist und Verstopfungs-gefahr droht Je nach Zustand der Zwischenfrucht, maximal 15 Tage vor Saattermin

Abgetrock-

neter Boden

Abgetrock-

neter Boden

Ziele

Bodenlok-

kerung + bestmögliche Bodenbe-

deckung

Zwischenfrucht so früh wie möglich zerstören Boden einebnen
Aussaat in einen frischen aber aufgewärmten Boden

Maßnahme erfolgreich / Wieso? Walzen möglich um Aufgang der Zwischenfrucht zu gewährleisten Optimale Bodenbe-dingungen

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Gleichwertig -
Aufwand Keine Investitionen -
Pflanzenbau

Erosionsrinnen, Verschlämmung

Bodenleben

-
Arbeitswirtschaft Arbeitsvereinfachung Beobachtungszeit, Planungsaufwand

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung

Management der Ernterückstände: nach Körnermais keine einfache Aussaat

Strohbergung und entsprechende Ausstattung der Mais-Sämaschine

Adventivpflanzen: Quecken auf tonigem Lehm und anderen schwer bearbeitbaren Böden

Bisher noch keine

Andere Veränderungen

Mit dem Grubber frühere Bearbeitung als mit dem Pflug

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Nach Aussat der Zwischenfrucht Verteilung von Mist und Gülle
  • Zwischenfrucht dient neben der Stickstoffbindung (Senf) auch zur Bodenstrukturierung (Hafer, Phacelia)
  • Siehe auch Betrieb 34: dort Verzicht auf herbstliches Rückverfestigen zugunsten der Frostgare (aber Schneckenprobleme möglich); Einsatz der Scheibenegge im Februar auf gefrorenem Boden zur Untermischung des Mistes und um eine bessere Erwärmung zu gewährleisten; Saatbettbereitung mit Kreiselegge im April auf 7 cm Tiefe

Stellungnahme der Beratung

  • Das Verfahren ist einfach und erfordert nur ein Minimum an Geräteanpassungen.
  • Es scheint Bodenverdichtungen zu geben, eine Bodenlockerung bietet sich zum Ende des Herbstes an.
  • Zwischenfrucht ersetzt Grubber: Die Bodenbearbeitung mit dem Grubber sollte weniger tief sein. Nach Weizen kann eine "strukturierende" Zwischenfrucht (beispielsweise eine Mischung von Hafer, Wicken, Phacelia und Sonnenblume) ausgesät werden, die die vom Weizen geschaffene Struktur erhält. Diese Zwischenfrucht ersetzt dann das tiefe Grubbern. Wenn notwendig, kann eine Bodenlockerung mit einem dafür geeigneten Gerät vorgenommen werden.
  • Die Saatbettbereitung muss immer flacher sein als die Saattiefe.
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