Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Winterraps - Winterweizen - Sommererbsen - Sommerhafer

Keine Beregnung, Anbau von Zwischenfrucht

Bodentyp

Schwerer lehmiger Ton

Motivation für den Pflugverzicht

Das Hauptinteresse liegt in der naturnahen Erzeugung gesunder Lebensmittel. Erosionsprobleme und heterogene Schläge (dadurch z.B. ungleichmäßige Abreife) führten 1977 zur Umstellung auf pfluglose Verfahren.

Auf den Anbau von Körnermais wird wegen der hohen Wahrscheinlichkeit von Bodenverdichtungen bei der Ernte bewusst verzichtet.

Kulturführung und Beobachtungen

Ergebnis: keine Erosion mehr, homogenere Felder.

Im Betrieb wird durch die extensive Produktion sehr wenig Arbeitszeit in den Ackerbau investiert (110 ha werden mit 0,2 - 0,3 Arbeitskräften bewirtschaftet).

Arbeitskalender

Termin September Februar / März
April
Maßnahme Saat breitwürfig
Saat der Erbse
Startdüngung (Grunddünger): 40 kg N / ha
Herbizideinsatz gegen Kräuter und Gräser
Geräte Streuer auf Flachgrubber + Walze


Bodentiefe 10 cm
5 cm

Entscheidungs-

regel

Zwischenfrucht Phacelia, Ölrettich zum Lockern
So früh wie möglich

Ziele
feinkrümeliges Saatbett


Maßnahme erfolgreich / Wieso? Guter Aufgang

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Ausgeglichene und bessere Qualität
-
Aufwand

Starke Ersparnis im Treibstoffverbrauch:
von 20 000 l auf 5 000 l im Betrieb

Weniger Maschinenverschleiß

-
Pflanzenbau Biologische Aktivität, Erosionsschutz -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Anfangs Probleme mit Ungräsern und vor allem mit Flughafer (Avena fatua)
Anfänglich Ertragseinbußen
Anfangs erhöhter Herbizidaufwand
gegen Flughafer
Flaches Bearbeiten
Schnecken Vermeiden von Grobstrukturen im Boden, immer Rückverfestigen durch Walzen nach der Saat

Andere Veränderungen

Kein Maisanbau mehr wegen Verdichtung.

Einsaat von Ölrettich zur Bodenlockerung.

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Saat der Erbsen nach Phacelia-Zwischenfrucht und mit Einsatz der Güttler- Walze stellt gutes Saatbett (feinkrümelig) und guten Feldaufgang sicher
  • Grundsätzlich nach der Saat walzen.
  • Auf Tiefenlockerung wird nach schlechten Erfahrungen (seitliche Verdichtungen) verzichtet und statt dessen Ölrettich zur biologischen Lockerung eingesetzt.
  • Auf schwere Böden kommt bei Nässe oder bei Gefügestörungen wegen besserer Durchwurzelung ebenfalls Ölrettich.
  • Auf weite Reihensaat wird verzichtet, aber Bandsaat wird angewandt. Folge: besseres Abtrocknen der Bestände.

Stellungnahme der Beratung

  • Das System scheint gut zu funktionieren.
  • Der von den Erbsen gebundene Stickstoff wird jedoch nicht voll genutzt (nur Zwischenfrucht).
  • Durch Änderung der Fruchtfolge Erbse - Raps - Weizen - Hafer könnte der Stickstoff aus der Leguminose durch den Raps besser genutzt und dadurch wahrscheinlich die Stickstoffdüngung optimiert werden.
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