Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Weizen - Silo-/ Körnermais

Bodentyp

Lehmiger Ton bis toniger Lehm auf Löss oder schwerem Lehm des Hügellandes am Fuße der Vogesen

Motivation für den Pflugverzicht

Mit der pfluglosen Bodenbearbeitung soll Zeit gewonnen und die Erosion bekämpft werden, ohne dass große Kosten entstehen (vorzugsweise mit Maschinenring).

Kulturführung und Beobachtungen

Die bedeutendste Investition betrifft das Gerät zur Stoppelbearbeitung mit Säaggregat für kleine Körner. Die Umstellung auf pfluglose Verfahren erfolgte langsam (7 Jahre) mit einem ersten Versuch in Weizen nach Silomais auf tonig-lehmigen Böden, die sich am besten dafür eignen. Haupthindernis war der Umgang mit der Vorfrucht Körnermais.

Das Verfahren unterscheidet sich nur geringfügig vom Pflugverfahren (die tiefe Stoppelbearbeitung ersetzt den Pflug)

Arbeitskalender

Termin Oktober Frühjahr
Maßnahme Maisernte (Untertisch-mulcher)
Tiefe Bearbeitung Zerkleinerung und Einarbeitung
Weizenaussaat

Unkrautbekämp-

fung:

Nachbesserung der Herbstbehandlung (Quartz oder Isoproturon) mit Wuchsstoffen und Nester von Winden

 

Fungizide Septoria: OGAM

 

Wachstums-

regler C5

Geräte Mähdrescher

110 PS + 3m Grubber

110 PS + 3m Kreiselegge

110 PS + Amazone 3m-Scheiben-schar-Sämaschinen-kombination

Bodentiefe

20 cm bei 7-8 km/h (10 km/h wäre beser + krümeln)

5-6 cm bei 5-6 km/h

4-5 cm

Entscheidungs-

regel

Reife

Bei gutem Wetter den Boden 1 Tag nach der Ernte abtrocknen lassen

So bald wie möglich nach der vorherigen Maßnahme

So bald wie möglich nach vorheriger Maßnahme - guter Anpressdruck auf den Scheiben

Ziele

Feine Ernterück-stände

Krümeln im Untergrund ohne zu schmieren

Saatbettbe-

reitung

Kein Schmieren der Scheiben


Maßnahme erfolgreich / Wieso?

Bei Bearbeitung mit dem Grubber drüfen keine Strohhaufen zusammen-geschoben werden

Auflauf des Weizens vor Entstehung einer Verschläm-

mungskruste

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Gleichwertig

Verluste, wenn Regen zwischen tiefer bodenbearbeitung und Saat

Aufwand Keine Investitionen -
Pflanzenbau

Erosion (Rinnen) und Verschlämmung,

Bodenleben

-
Arbeitswirtschaft Arbeitserleichterung

Beobachtungs- und Überlegungsaufwand

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung

Umgang mit den Ernteresten der Vorfrucht, nach Körnermais wird weiterhin gepflügt

Versuche mit vereinfachter Saat und nach einigen Jahren Direktsaat

Wenn es nach dem Grubberstrich regnet, wird die Saat nicht gut: Gemenge von Feinerde und Maisstroh wirkt wie ein Löschblatt

Bisher noch kein großes Problem

 

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Die Bearbeitung mit dem Grubber erfolgt früher als mit dem Pflug.
  • Keine Molluskizide.
  • Im Jahr 2003 wurden 10 ha mit der vom Conseil Général beschafften Technik direkt gesät. Dieser Versuch hatte gute Ergebnisse zur Folge (gilt nicht für 1,5 ha mit Direktsaat in den Jahren 2002 und 2004)

Stellungnahme der Beratung

  • Bei pflugloser Bodenbearbeitung sollte diese Fruchtfolge vermieden werden, da der Handel aufgrund des Risikos von Fusarienbefall die Annahme des Erntegutes verweigern kann.
  • Bei diesen verschlämmungsanfällligen Böden muss die Saatbettbereitung so kurz wie möglich vor der Saat erfolgen, um die Gefahr einer Dichtlagerung zwischen den beiden Maßnahmen zu begrenzen.
  • Die an der Oberfläche verbleibenden Ernterückstände sollen die Verschlämmung eindämmen.
  • Dieses Anbauverfahren ist teuer.
  • Die Kreiselegge, die nicht gut einmischt, sollte durch Mulchen ersetzt werden.
  • Die Bearbeitung mit dem Grubber muss zu Weizen nicht so tief sein, sofern der Boden nicht verformt ist.
  • Bei Verwendung einer Scheibensämsaschine stören die Ernterückstände an der Bodenoberfäche nicht weiter, insofern als der Weizen in der Lage ist, eventuelle Fehlstellen beim Feldaufgang zu kompensieren und weil dadurch auch der Oberflächenabfluss reduziert wird (und damit auch der Herbizidabtrag).
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