Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais - Winterweizen (Stroh abgefahren) - Winterraps

Bodentyp

Sandige Lehme und sandig-tonige Lehme der Vogesen-Vorbergzone des Oberelsass

Motivation für den Pflugverzicht

Eingeführt wurde die pfluglose Bodenbearbeitung im Jahr 1998, um die Arbeit im Betrieb besser zu verteilen. Ziel des Landwirts ist, sich ganzjärhig das Wochenende freizuhalten und im Winter und zu Beginn des Frühjahrs möglichst viel Freizeit zu schaffen.

Kulturführung und Beobachtungen

Wichtigstes Gerät ist ein modifizierter Grubber (verbreitert von 4 m auf 6 m und gezogen) mit Accord-Sämaschine für Zwischenfrucht, Getreide und Raps und mit Gänsefuß- oder Doppelherz-Scharen zur Bearbeitung in verschiedenen Tiefen. Der Grubber entspricht den Anforderungen des Landwirts und ist nicht teuer.

Das Anbauverfahren nach Mais umfasst auch eine Bearbeitung mit der Scheibenegge, die die Ernterückstände besser einmischt als der Grubber.

Arbeitskalender

Termin Okt/November
Frühjahr
Maßnahme

Maisernte + Untertisch-

mulcher

Mulchen Tiefe Lockerung
Kombinierte Aussaat

Unkrautbe-kämpfung:

Wuchsstoff-

mittel, wenn nach Isoproturon (Herbst) noch Kamille und Ehrenpreis übrigbleiben

 

Fungizid:

Optimo F500 und dann Horizon gegen Fusarium, weil der Müller zwei Behandlugnen wünscht

Geräte Lonh-MD + Überlader Lohn-Mulcher 145 PS + 5,5m Scheibenegge
135 PS + Kreiselegge + 3m Sämaschine
Einstellungen
So tief wie möglich - 15 cm
6-8 km/h

Entschei-

dungsregel

1 Tag vor Aussaat des Weizens Gleich danach Gleich danach

Gleich danach - wenn zu viel Ernterück-

stände, dann bis Dezember warten

Ziele So spät wie möglich ernten

Ernterück-

stände mit dem Boden vermischen

Eine gelungene Saat
Maßnahme erfolgreich / Wieso? Erlaubt es, den Weizen unter günstien Bedingungen zu säen Fein zerkleinerte Rückstände

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag Gleichwertig -
Pflanzenbau

Bodenstrukturstabilität

Befahrbarkeit erlaubt frühere N-Düngung

Weniger Schnecken

-
Arbeitswirtschaft Schlagkraft -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung

Zu viel Feinerde durch die Lockerungsarbeiten, die verstopft

Bearbeitung bei recht feuchten Verhältnissen: kurz nach der Ernte im Sommer

Zwei Arbeitsgänge mit dem Grubber, um schlecht zerkleinerte Ernterückstände einzuarbeiten - zu langsame Zersetzung

Scheibenegge

Andere Veränderungen

Umladeeinrichtung und kein Einsatz von Molluskiziden mehr

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Die Tiefe der Stoppelbeareitung richtet sich nach der Strohmenge. Da es beim Mais viele Ernterückstände gibt, heißt das, so tief wie möglich zu bearbeiten.
  • Nach Mais nur Bearbeitung mit der Scheibenegge, da nur sie in der Lage ist, die große Menge an Ernterückständen nach Mais gut in den Boden einzumischen.
  • Bei Weizen nach Raps: 1 Stoppelbearbeitung mit dem Grubber (mit Gänsefußscharen) + Walze so bald wie möglich nach der Ernte, damit die Unkräuter auflaufen und die Schnecken getötet werden, sofern nötig. 1 Glyphosat-Behandlung wenn nötig, kurz vor der Aussaat, die ebenfalls mit dem Grubber erfolgt.
  • Bei Raps nach Weizen: Stroh wird geborgen, da verkäuflich; Gänsefußschar-Grubber nach der Ernte 5 cm tief; Lockerung bald nach der Ernte, solange der Boden noch feucht ist und Risse bilden kann (Nachteil: Feinerde, die verstopft und verschlämmt); Grubber 10cm tief für das Saatbett + Walze zum Einebnen und Rückverfestigen; Round-Up wenn Wiederbegrünung (alle 3 Jahre)

Stellungnahme der Beratung

  • Diese Fruchtfolge sollte bei pflugloser Bestellung vermieden werden, da die Gefahr groß ist, dass das Erntegut wegen Fusiirumbefall nicht vermarktungsfähig ist.
  • Auf den leichten Böden muss die Saatbettbereitung so kurz wie möglich vor der Ernte erfolgen, um zu vermeiden, dass in der Zwischenzeit ein Regen den Boden wieder verfestigt.
  • Wenn die Ernterückstände vorher gut verarbeitet wurden, ist keine Spezialsämaschine erforderlich, um Verstopfungen zu vermeiden.
  • Vorsorgemaßnahmen bei der Ernte (Erhaltung einer ebenen Bodenoberfläche) und eine feine Zerkleinerung der Ernterückstände erlauben es, auf eine tiefe Bearbeitung zu verzichten (und die Saatstärke leicht zu erhöhen, sofern nötig).
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