Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Wintererbsen (oder -Weizen) - Mais, ohne Beregnung

Bodentyp

Verschlämmungsgefährdete Lehme des Nordelsass

Motivation für den Pflugverzicht

Die Schlammlawinen in Nachbardörfern haben den Landwirt veranlasst, nach Möglichkeiten zur wirksamen Erosionsbekämpfung zu suchen.

Kulturführung und Beobachtungen

Direktsaat mit Zwischenfrucht ist sicher die beste Mehode, verlangt jedoch Spezialmaschinen. Die Einführung pflugloser Bodenbearbeitung hat den Landwirt veranlasst, die Mais-Monokultur durch den Anbau von Winterweizen und -erbsen zu unterbrechen. Er verfügt über eine Spezial-Sämaschine, mit der er den Weizen bzw. die Erbsen direkt nach Mais säen kann. Aus Gründen der Kosteneinsparung wird die Anzahl der Behandlungen begrenzt.

Arbeitskalender

Termin Okt/November Frühjahr
Maßnahme Aussaat Wintererbsen

Unkrautbekämpfung:

2 Behandlungen 2003 gar keine 2004 bei Erbsen, 1 bei Weizen mit 0,15 l/ha Basagran; 0,15 l/ha Challenge

 

Keine Düngung mit N, P, K

 

Noch kein Fungizid

Geräte 140 PS + 4 m Direktsämaschine
Bodentiefe 3-4 cm bei 10 km/h

Entscheidungs-

regel

Optimale Saattermine (25.10. - 5.11., d.h. sobald kein Weizen mehr gesät werden kann)
Ziele bei günstigen Boden- und Witterungsbedingungen aussäen
Maßnahme erfolgreich / Wieso? Bodenstruktur für die Saat ist gut

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag gleichwertig bei Weizen
-
Aufwand Diesel, Unterhalt, Arbeitsstunden, Grund- und Stickstoffdüngung mit den Investitionen verbundene Abschreibungen
Pflanzenbau Durchwurzelung, mürber Boden, lässt sich leichter bearbeiten -
Arbeitswirtschaft Arbeitszeit, Anzahl und Tempo der Bearbeitungsmaßnahmen -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Psychologisch: im 1. Jahr chaotischer Zustand der Schläge, schlechter Start des Mais, Einstellungsprobleme bei der Sämaschine Unterstützung durch Beratung, Arbeit an sich selbst

Sonstige Veränderungen

Agronomischer Ansatz, Profile, Reduzierung von Grund- und N-Düngung, Zwischenfrüchte und Fruchtfolge

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Ziel der pfluglosen Bodenbearbeitung ist es, die Schichtung des Bodens nicht durcheinander zu bringen, auch nicht durch die Stoppelbearbeitung. Eine Durchmischung ist nicht gewollt und jede Bearbeitung verursacht Kosten (z.B. 3 dt/ha je Arbeitsgang bei der Stoppelbearbeitung).
  • Jeder Arbeitsgang vor der Saat schädigt den Boden, da dieser nie ganz trocken wird (kurze Zeitspanne zwischen zwei Kulturen), sofern der Mähdrescher keine Spuren hinterlassen hat.
  • Die Maisrückstände werden nicht gemulcht, dies bewirkt eine bessere Qualität der Saat.

Stellungnahme der Beratung

  • Wintererbsten kann man in verschiedenen Situationen säen, sofern keine Fusariumgefahr besteht, der Boden eben und homogen ist und keine Verdichtungszonen aufweist.
  • Die Saat kann erfolgen, ohne dass die Maisstängel fein gehäckselt wurden, was Behinderungen bei der Saat und schlechten Feldaufgang mit sich bringen kann.
  • Auf Körnermais sollte wegen der Gefahr von Fusarienbefall kein Weizen gesät werden, insbesondere bei Direktsaat. Soll entgegegen diesem Ratschlag doch Weizen folgen, sind die Ernterückstäne fein zu häckseln und flach einzuarbeiten. Die Weizensorte sollte dann idealerweise gegenüber Ährenfusarien tolerant sein. Bei entsprechender Witterung muss eine chemische Behandlung erfolgen.
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