Steckbrief des Betriebs

Fruchtfolge

Mais (3 Jahre) - Zuckerrüben, mit Beregnung, ohne Zwischenfrüchte

Bodentyp

Flachgründige sandig-lehmige Rote Hardt

Motivation für den Pflugverzicht

Der Landwirt arbeitet seit neun Jahren pfluglos, ohne größere Probleme. Erstes Ziel der pfluglosen Bodenbearbeitung war die Anhebung des Humusgehaltes im Boden.

Kulturführung

Die Beschaffung von Spezialgeräten war geplant, sollte aber zetilich gestreckt werden. Gleich zu Anfang wurde in Geräte für den Pflugersatz (Parapflug) sowie die Anpassung der Sämaschine investiert. Die traditionellen Saatbettbereitungsgeräte sollten vorerst für die Saatbettbereitung reichen (Philosophie der koninuierlichen Erneuerung von Maschinen). Nach 5 Jahren wurden spezifischere und vielseitigere Stoppelbearbeitungs- und Saatbettbereitungsgeräte angeschafft.  Damit sollten die Schlagkraft, die Einheitlichket der Bearbeitung oberhalb vom Saathorizont und die Unkrautbekämpfung verbessert werden. Zum Maisanbau wird eine tiefere Bodenbearbeitung in Verbindung mit flacheren Arbeiten zur Unkrautbekämpfung beibehalten. Vor Zuckerrüben gibt es noch eine Stoppelbearbeitung im Herbst, um die Ernterückstände von Mais schneller abzubauen.

Arbeitskalender

Termin November Dezember März April Mai
Maßnahme Mulchen der Stängel und Stoppeln
Pseudo-Pflug
2 flache Arbeitsgänge im Abstand von 2 Wochen Saat

Nachauflauf-Herbizid

 

Düngung

 

Systematische Zünslerbe-kämpfung

Geräte Mulcher

190 PS

Doppelbe-

reifung + Express-Pflug 2,7 m

190 PS Doppelbe-reifung + Mulchtiller 5,7 m (Zinken oder Gänsefuß-

schar + Scheiben + Egge + Walze)

Klassische 6-reihige Scheiben-sämaschine mit rotierenden Klutenräumern
Bodentiefe

35 cm

9 km/h - 20 ha/d

5 cm

15 km/h - 80 ha/d

5-6 cm Saattiefe zwischen 20. und 25. April

Entschei-dungsregel

Nach der Ernte

Vor Weihnachten (Frostgare)

Warten bis gut abgetrocknet Korn in feuchtem Boden ablegen
Ziele Zersetzung der Rückstände fördern
Tief Lockern ohne zu wenden Nicht unterhalb des Saathorizontes arbeiten, Unkraut bekämpfen Schnellen Feldaufgang sicherstellen

Maßnahme erfolgreich / Wieso?

Ernterück-

stände fein gehäckselt

Der Boden kann gefrieren und auftauen Keine Schmierflächen bei der Saatbettbe-reitung

Maßnahme nicht möglich: Handlungs-

regel?

Verschieben auf Ende Februar Noch kein zu nasses Frühjahr, das ein Befahren unter guten Bedingungen verhindert hätte

 

Ergebnisse des pfluglosen Anbaus

Vergleich


positive Aspekte
negative Aspekte
Ertrag keine Auswirkungen
-
Aufwand Diesel, Geräteverschleiß, Arbeit -
Pflanzenbau Tragfähigkeit, Wasserleitfähigkeit, Humusgehalt

Feuchtigkeit im Frühjahr

Arbeitswirtschaft Arbeitszeit -

Aufgetretene Probleme und Lösungen

Problem Lösung
Weniger Zugkraft und Bodenhaftung wegen fehlender Pflugfurche Bodenbearbeitung erst wenn bestens abgetrocknet; Doppelbereifung
Qualität der Saat Anpassung der Sämaschine: Maissämaschine mit rotierenden Klutenräumern
Aufkommen von Unkräutern (Vogelmiere), die seiner Meinung nach den hohen Humusgehalt des Bodens anzeigen Kauf eines Grubbers mit 25 cm Zinkenabstand (Stoppelhobel "Néodéchaumeur"), der die Bodenoberfläche abschält und die Unkräuter zerstört

Sonstige Änderungen

Bei der Errnte bleiben die Transportwagen auf dem Weg

Schlussfolgerungen zum pfluglosen Anbau

Bemerkungen des Landwirts

  • Mulchtiller mit einfachen Zinken im ersten Durchgang und mit 25 cm breiten Gänsefußscharen im 2. Arbeitsgang
  • Im Frühjahr muss man mit dem Mulchtiller noch länger warten als mit der Federzahnegge, damit die Gänsefußschare nicht schmieren
  • Zuckerrübe: Vor der Zuckerrübe müssen Maisstoppeln und -stroh mit den Scheiben eines Mulchtillers zerkleinert werden (8 cm tief bearbeiten). Aussat mit klassischer Sämaschine 3 cm tief in feuchten Boden

Stellungnahme der Beratung

  • Dieses Verfahren verwendet relativ spezielle Geräte: Perrein-Pflug, Stoppelhobel mit verstellbarem Zinkenabstand, Maissägerät.
  • Durch die Beibehaltung einer tiefen Bodenbearbeitung werden in Anbetracht der Steine und des Tongehalts (Strukturveränderungen im Winter) keine größeren Risiken eingegangen.
  • Die systematisch tiefe Bearbeitung macht nicht jedes Jahr Sinn und könnte durch eine 10 cm tiefe Bearbeitung mit dem Mulchtiller ersetzt werden.
  • Eine Federzahnegge mit steilen Zinken und großem Durchgang würde zur Saatbettbereitung ausreichen.
  • Um das Bodenleben zu fördern und den Humusgehalt an der Oberfläche zu erhöhen, hinterlässt der Perrein-Pflug nicht genügend Erntereste auf dem Boden. Eine flachere Stoppelbearbeitung im Herbst gefolgt von einer Bodenlockerung würde diesen Anforderungen besser entsprechen.

 

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