Welche Diagnostik meiner Böden und meiner Parzellen sollte ich vornehmen, bevor ich mich zum pfluglosen Anbau entschließe? Welche Untersuchungen sind später notwendig?

1. Diagnose der Ausgangssituation:

Die Ermittlung des Bodentyps ergänzt um Bodenprofilaufnahmen auf einigen Schlüsselflächen sind absolut notwendig, um über die Art der auf einem Bodentyp durchzuführenden Maßnahmen zu entscheiden. Diese Diagnose der Bodenstruktur und insbesondere seiner Porosität, welche von einem erfahrenen Landwirt selbst vorgenommen werden kann, ist Voraussetzung für eine Entscheidung über die Notwendigkeit einer Bodenlockerung auf eine bestimmte Tiefe in Abhängigkeit von der Bodenverdichtung im Verlauf des Profils. Gibt es eine Pflugsohle, die aufzubrechen ist oder andere Strukturprobleme, die zu einer tiefgehenden Bodenbearbeitung Anlass geben?

2. Diagnosen im weiteren Verlauf:

Vor jeder Entscheidung über eine Maßnahme der Bodenbearbeitung ist der Abtrocknungsgrad des Bodens festzustellen, da die Folgen von Fehlern schwerer wiegen als bei Bodenbearbeitungssystemen mit Pflug.
Die Verminderung der Bodenbearbeitungstiefe und der Einsatz von nicht-wendenden Werkzeugen bringen häufig auch eine Veränderung der Verteilung der Nährstoffe mit geringer Mobilität im Bodenprofil mit sich (z.B. P, K, Ca und Humus). Es wurde festgestellt, dass der pH-Wert des Oberbodens bei unbearbeiteten Böden oft schneller absinkt als bei gepflügten Böden, was auf die Anreicherung und die Zersetzung von organischer Substanz zurückzuführen ist. Einer Versauerung des Oberbodens, die leicht auftritt, wenn der Boden nur oberflächlich bearbeitet wird, kann zu Ertragseinbußen führen. Dem sollte durch regelmäßige Überprüfung und ggf. Kalkung entgegen gewirkt werden.

 

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