Ist zu Beginn eine Tiefenlockerung notwendig?

Erkennen von Verdichtungen aus der Pflugbearbeitung

Die Umstellung der Bodenbearbeitung von Pflugbearbeitung auf ein pflugloses Anbausystem hat im Allgemeinen eine Erhöhung der Lagerungsdichte des oberflächennahen Bodenhorizonts (5-25 cm) zur Folge. Direkt unter dem oberflächennahen Horizont ist die Lagerungsdichte des Bodens bei Bearbeitung mit dem Pflug meist höher, was sich als Hemmnis für eine gute Porenentwicklung bei pflugloser Bearbeitung erweisen kann.

Die Entscheidung über eine Tiefenlockerung zu Beginn der Umstellung lässt sich am besten anhand einer Bodenprofiluntersuchung treffen, die die Ausgangssituation bei den Bodenporen im Bereich des bisherigen Pflughorizonts ermittelt.

Systematische Tiefenlockerung bei empfindlichen Kulturen

Frühjahrshackfrüchte wie Mais reagieren empfindlicher auf Verdichtungen als z.B. Wintergetreide. Sicherheitshalber wird deshalb in den ersten Jahren speziell vor Mais eine Bodenlockerung durchgeführt, bis es zu einer natürlichen Verbesserung der Porenbildung in Form einer biologischen Lockerung durch Regenwürmer und Wurzelkanäle der Kulturen und Zwischenfrüchte kommt. Nach und nach kann schrittweise auf die mechanische Tiefenlockerung verzichtet werden.

Die Tiefenlockerung kann sich gegebenenfalls auf das Vorgewende oder Fahrspuren beschränken, wo erfahrungsgemäß höhere Verdichtungen auftreten als beim restlichen Boden.

Alternative: Bodenlockerung durch Begrünung

Neben einer mechanischen Lockerung zur Umstellung auf pfluglosen Anbau kann auch die Möglichkeit einer Lockerung durch eine gut aufschließende Übergangskultur wie z.B. Ölrettich in Betracht gezogen werden, was schonender für die Bodenstruktur ist und den Boden gut durchwurzelt.

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