Reduzierte mechanische Bearbeitung, Mulchschicht und organische Dünger fördern Regenwürmer

Eine Reduktion der Bearbeitungstiefe und -intensität, wie sie mit pflugloser Bearbeitung und insbesondere der Direktsaat erreicht wird, wirkt sich vorteilhaft auf die Anzahl und Biomasse von Regenwürmern aus (Ehlers et al., 1983; Bieri & Cuendet, 1989). Wenn keine Bodenbearbeitung erfolgt, entwickelt sich ähnlich wie in Wäldern eine Streuauflage. Dies begünstigt anektische und epigäische Arten, da epigäische Regenwürmer in Streuauflagen leben und beide Gruppen die Nahrung meist an der Bodenoberfläche aufnehmen.

Die Zunahme der Regenwurmpopulation hängt neben der Abnahme mechanischer Eingriffe auch vom Bodentyp (Lehm von Vorteil) und der Bodenbedeckung (permanent bevorzugt) ab. Eine starke Zunahme tritt jedoch nicht systematisch ein, z.B. hat die Einarbeitung von Ernterückständen einen großen Einfluss. Die Regenwurm-Biomasse ist größer, wenn in der Fruchtfolge nicht gehackt wird (Chervet et al., 2001). Mit minimaler Bodenbearbeitung und konsequenter Mulchbedeckung ist es möglich, die Regenwürmer, insbesondere die erwünschten vertikal grabenden Formen, zu fördern (Ehrmann, 2000; Ehlers, 1975; Tebrügge, 1987). Positiv auf die Regenwurmpopulationen wirken sich neben der Bodenruhe und Mulchdecken auch organische Dünger, insbesondere Stallmist aus (WILCKE 1962, EDWARDS 1983, SCHRUFT et al 1982).

Mehr Regenwürmer, mehr Gänge, mehr Kot

Alle Autoren sind sich einig, dass die Regenwürmer in ungepflügten Parzellen zunehmen, insbesondere die epigäischen und anözischen Arten. Die konservierenden Bearbeitungssysteme weisen meist höhere Regenwurm-Biomassen als die Pflugvarianten auf. Die Anzahl der Regenwürmer war allerdings bei EHRMANN (2000) in der Mulchsaat an 3 von 5 Standorten nicht höher als bei der Pflugfurche. Die Direktsaat wies an 4 von 5 Standorten die meisten Regenwurmarten auf (s. Abbildung).

Biomasse und Abundanzen von Regenwürmern nach Bodenbearbeitungstypen

Abbildung: Regenwurmbiomasse und -abundanzen bei Pflug, Mulchsaat und Direktsaat an 5 Standorten in Baden-Württemberg, verändert nach EHRMANN (2000)

 

Die kontinuierliche Zunahme von Regenwurmgängen ist vor allem in den dichtgelagerten, stabilen Zonen sichtbar (über 250 cm²), während die tieferen, nicht verdichteten Zonen keine bedeutende Zunahme aufweisen (Foy, 2003). Nach 22 Jahren stellen Delaunois et al. ( 2004) 6 Mal mehr Regenwurm-Biomasse, doppelt so viele Gänge im Bereich 25-40 cm und 30 Mal mehr in 5 cm Tiefe fest.

Das Volumen der Regenwurmgänge nahm bei flacher Bodenbearbeitung um das 2,5-Fache und bei Direktsaat um das 11-fache zu, die Masse an Regenwurmkot um das 2,5 bzw. 8-fache (Cluzeau et al., 2001). Nach 20 Jahren Direktsaat stieg die Regenwurmpopulation von 20-35 auf bis zu 200 Individuen pro m² an (Tebrügge & Abelsova, 1998).

 

Tabelle: Mittlerer Regenwurmbesatz in unverdichteten Flächen mit konventioneller und pflugloser Bearbeitung (Quelle: übersetzt aus LANGMAACK (1999))

Jahr Regenwurmbesatz (Regenwürmer / m2)
Standort 1 Statist. Signifikanz Standort 2 Statist. Signifikanz
mit Pflug Pfluglos
mit Pflug Pfluglos
1995 17 34 * 25 33 n.s.
1996 5 11 n.s. 10 63 ***
1997 8 24 ** 18 43 **
1995-1997 10 23 * 18 46 ***

Änderungen der Regenwurmpopulationen brauchen Zeit

Deutliche Unterschiede zeigten sich auch bei EHRMANN (2000) allerdings nicht sofort nach der Bewirtschaftungsänderung, sondern erst nach einigen Jahren.

 

 


 

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