Zusammenfassung

Das Gesamtporenvolumen pfluglos bearbeiteter Böden ist generell etwas geringer als bei gepflügten Böden. Nach mehrjährigem Verzicht auf den Pflug kann sich der Volumenanteil an Makroporen insbesondere an der Krumenbasis allerdings erhöhen, was die Infiltration trotz höherer Lagerungsdichte verbessert. Die Poren pfluglos bewirtschafteter Böden sind gegenüber den pflugbedingten Poren durch eine bessere Stabilität und vor allem durch eine höhere Kontinuität gekennzeichnet (KAINZ, EDWARDS, PRONIN).

Homogenität im Profil und höherer luftführender Porenanteil

Bei langjährig nicht bearbeiteten Böden stellten BAEUMER & BAKERMANS bereits 1973 eine erhöhte Homogenität der Poren im Profilverlauf fest. Sie warnten aber vor einer möglichen Verhinderung der Belüftung in nassen schweren Böden bei der Direktsaat. Die Bodenbelüftung erfolgt über die Makroporen, die auf pfluglos bewirtschafteten Böden durch Bodenlebewesen geschaffen werden. Diese sind gegenüber den pflugbedingten Poren durch eine bessere Stabilität und vor allem durch eine höhere Kontinuität gekennzeichnet, wie zahlreiche Autoren, z.B. KAINZ (1989), EDWARDS et al. (1988) und KOHL (1989) beweisen konnten.

HARTGE (1991) stellte einen niedrigeren luftführenden Porenanteil im gepflügten Boden fest und führte dies auf die Bodenkomprimierung und die Tieferverlagerung von Material von der Bodenoberfläche zurück. Seinen Untersuchungen zufolge sind die Bodenbearbeitungs- und andere Befahrungsvorgänge für die Verdichtung verantwortlich. FIEDLER (1990) nennt Druck von Traktorrädern zu 40-80 % als Ursache für verschlechterte Gefügestabilität auf gepflügten Ackerböden.

Erhöhung der Makroporenanteils in der Bodenkrume

WALLDORF & SCHWEIGER (2002) beschreiben aus Langzeitversuchen in Baden-Württemberg auf pfluglos bearbeiteten Böden im Oberboden ein leicht erhöhtes, an der Krumenbasis ein deutlich höheres Makroporenvolumen (vgl. Abbildung 1). Dies bestätigt auch NITZSCHE (2003), der in seinen Untersuchungen außerdem noch die Variante „Konservierend mit Lockerung" (Kons-L. in Abbildung 2) überprüfte. In einer Tiefe von 35 cm konnte NITZSCHE (2003) einen starken Anstieg des Porenvolumens unter der Pflugvariante nachweisen, das in 50 cm Tiefe sogar über dem der pfluglosen Verfahren liegt.

Makroporen unter verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren

Abbildung 1: Makroporen unter verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren (1)
verändert nach WALLDORF & SCHWEIGER (2002)

Makroporen unter verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren

Abbildung 2: Makroporen unter verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren (2)
verändert nach NITZSCHE (2003)

Porenvolumen und Regenwürmer

POTTHOFF & BEESE (1999) konnten Zusammenhänge zwischen der Regenwurmaktivität und dem Makroporenvolumen nachweisen. Gleichzeitig konnte auch eine Beziehung zum Mittelporenvolumen hergestellt werden, woraus sie ableiten, dass die Regenwürmer in schluffigen Böden auch die Aggregatstabilität erhöhen und die Speicherkapazität des Bodens für pflanzen-verfügbares Wasser fördern.

Jahreszeitliche Dynamik des Porenvolumens

Das herbstliche Pflügen (CT1 in Abbildung 3) schafft ein System künstlicher, temporärer Poren zwischen Aggregaten im Pflughorizont. Bei der in der Abbildung dargestellten Situation besteht fast die Hälfte des Gesamtporenvolumens aus Poren von mehr als 120 μm Durchmesser. Diese Makroporen sind, wie aus der Reduktion ihres Volumens nach dem Winter ersichtlich ist, instabil, was in einer Erhöhung der Lagerungsdichte zum Ausdruck kommt. Ohne den Pflug (NT) ist das Gesamtporenvolumen beim selben Bodentyp (toniger Lehm) über denselben Zeitraum geringer, jedoch mit einem gleich bleibenden Anteil an Grobporen von mehr als 120 μm Durchmesser. Man kann also feststellen, dass die allgemeine Verdichtung am Ende eines Anbauzyklus nur das beträchtlich abnehmende Strukturporenvolumen betrifft. Diese Verdichtung hat bei fortgesetzter pflugloser Bearbeitung nichts zu tun mit der Verminderung des Porenvolumens, wie sie beim herkömmlichen Pflügen unter dem Schlepperrad in der Pflugfurche auftritt („Pflugsohle").

Porengrößenverteilung in unterschiedlicher Bodentiefe bei verschiedenen Verfahren der Bodenbearbeitung

Abbildung 3: Porengrößenverteilung in unterschiedlicher Bodentiefe bei verschiedenen Verfahren der Bodenbearbeitung (Quelle: TEBRÜGGE 1999)

 

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