Bei pflugloser Bearbeitung ist mittelfristig die Wasserleitfähigkeit durch die Kontinuität der klima- und biogenen Poren (starker Einfluss von Regenwurmgängen und Wurzeln bei ständiger Bodenbedeckung) nachhaltig verbessert, wenn diese nicht durch Bewirtschaftungsmaßnahmen zerstört werden.

(+)Wirkung der Poren

Wenn der Boden beinahe oder vollständig wassergesättigt ist, werden Flüssigkeiten in großer Menge und sehr schnell in den größten Poren abgeleitet, d.h. hauptsächlich im Strukturporenvolumen aus Rissen und Röhren (Ney,1987). Die Wasserleitfähigkeit ist umso besser, je weniger Poren durch die Überfahrt von Maschinen zerstört werden. Die Wirksamkeit des Riss-Porenvolumens hängt vom Quellungszustand des Bodenmaterials und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Risse ab. Dagegen scheinen die Röhrenporen biologischen Ursprungs eine relativ stabile Komponente der hydraulischen Leitfähigkeit zu sein (Fiès, 1982), ja sogar einer der Hauptfaktoren (Ehlers, 1975).

Im nicht gesättigten Zustand wird die Wasserverlagerung durch eine Kontinuität der flüssigen Phase, d.h. durch ein geringes Strukturporenvolumen begünstigt (Guérif, 1994).
Bei Winterungen stellen Heddadj & Blondel (2004) sowie Holland (2004) eine Regenverdauung durch vom Pflug geschaffene Poren fest. Bei Mais sind jedoch pfluglose Verfahren günstiger, da der Mulch einer Verschlämmung vorbeugt. Die Infiltrationsgeschwindigkeit ist dadurch in fünf aufeinander folgenden Jahren bei Direktsaat 10 - 25 Mal höher als bei Pflug, insbesondere wenn sich in der Fruchtfolge keine Hackfrüchte befinden (Chervet et al., 2001; Cluzeau et al., 2001).

(+)Kontinuität der Poren

Die biogenen Hohlräume und Poren stellen die bevorzugten Transportwege für strömende Flüssigkeiten und für Ionen dar, welche aufgrund ihres Absorptionsverhaltens gemeinhin als wenig mobil gelten. Das biogene Porenvolumen hängt von der Anwesenheit von Mulch an der Bodenoberfläche ab; beide zusammen erleichtern die Wasserinfiltration (Arshad et al., 1999; Elliott et al., 1999). Ehlers (1975) bestätigt den positiven Einfluss von Regenwurmgängen auf die Wasserleitfähigkeit, insbesondere unter gesättigten Bedingungen zwischen dem Oberboden und dem Boden unter der Pflugsohle (Douglas et al.; 1980). Bei Löss erreichen die Regenwürmer die Oberfläche und sorgen für einen Wasserabfluss bis in 1,8 m Tiefe. Dagegen können Regenwurmhaufen in gepflügten oder ungepflügten Böden den Wasserabfluss behindern (Guérif, 1994). Mehrere Autoren warnen vor einer möglichen Verhinderung der Belüftung in nassen schweren Böden bei der Direktsaat (Baeumer & Bakermans, 1973; Kainz, 1989; Edwards et al., 1989; Kohl, 1989).

VORSTEHEND ZITIERTE AUTOREN UND DEREN VERSUCHSBEDINGUNGEN

KEINE Unterschiede festgestellt

RE Blevins et al.(1983) USA - schluffiger Loess - 10 Jahre
RE Chang & Lindwall (1989) Kanada - toniger Lehm und Lehm - 10 Jahre
RE Heard et al. (1988) USA - toniger Lösslehm - 10 Jahre
RE Horne et al. (1992) Neuseeland - Lehm - 10 Jahre
RE Lal et al. (1986) USA - tonig - 12 Jahre
RE Lal & Van Doren (1990) USA - schluffiger Loess - 25 Jahre
RE Mielke et al. (1986) USA - schluffiger Loess - 6 und 11 Jahre
RE Pikul et al. (1993) USA - Lösslehm - 27 Jahre
RE Sauer et al. (1990) USA - Sand - 5 Jahre

Vorteile für den Pflug

RE Heard et al. (1988) USA - schluffiger Loess - 5 Jahre
RE Heddadj & Blondel (2004) Frankreich - 1 Jahr - Winterung
RE Lindstrom et al. (1984) USA - toniger Lehm - 10 Jahre
RE Mielke et al. (1986) USA - schluffiger Loess - 6 Jahre

Vorteile für pfluglose Verfahren

RE Chervet et al. (2001) CH-Zollikofen - 5 Jahre
RE Cluzeau et al. (2001) Schweiz - Direktsaat - 5 Jahre
RE Culley et al. (1987) USA - schluffiger Loess - 4 Jahre
RE Heddadj & Blondel (2004) Frankreich - 1 Jahr - Mais
RG Holland (2004) Europa
RE Mahboubi et al. (1993) USA - schluffiger Loess - 28 Jahre
M/RG Arshad et al., (1999)
RE Chervet et al., (2001) CH-Zollikofen - 5 Jahre
M/RG Douglas et al.; (1980)
M/RG Ehlers, (1975)
M/RG Elliott et al., (1999)
M/RG Fiès, (1982)
M/RG Guérif, (1994) Frankreich - ITCF
RE Heddadj & Blondel, (2004) F-Kerguéhennec - 1 Jahr - Weizen und Mais
RG Holland, (2004) Skandinavien
M/RG Ney, (1987) Frankreich
M/RG Richard et al., (2004) Frankreich

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