Pfluglose Verfahren haben einen neutralen bis positiven Effekt auf die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Vorteilhaft wirken sie sich in trockenen Jahreszeiten oder in Trockengebieten aus. Im Bereich von Verdichtungen kann jedoch örtlich die Gefahr der Austrocknung bestehen.

( ) Auswirkung des Wassergehalts eines Schlages

In Versickerungssituationen (nahe der Sättigungsgrenze) ist die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens mit einer bestimmten Wasserspeicherkapazität wegen einem geringeren Porenvolumen reduziert. Unter Verdunstungsbedingungen ist die Wasserspeicherfähigkeit ungepflügter Böden in den allerobersten Boden-Zentimetern verbessert, da der Oberboden einen höheren Humusgehalt aufweist (deshalb trocknen diese im Frühjahr schlechter ab). Der Unterschied bei der nutzbaren Feldkapazität ist deshalb kaum spürbar (Germon, 1994; Richard et al., 2004).

(+) Wasserrückhaltefähigkeit

Im Oberboden (0-10 cm) ist die Wasserkapazität in den minimal bearbeiteten Parzellen geringfügig höher als bei gepflügten (Maillard, Neyroud & Vez, 1995; Rasmussen, 1999; Nitzsche et al., 2000; Grube, 2003; Tebrügge, 2000) oder bei gegrubberten Böden, ausgenommen die Mähdrescherspuren (Mahboubi et al., 1998). Das Wasserspeichervermögen in der Schicht 0-12 cm ist um 6% höher als bei herkömmlicher Bearbeitung (Lafond et al., 1992), ja sogar um 9% (bis zu 3 m Tiefe) im nicht bearbeiteten Teil von Direktsaat, gegenüber einer Reihenbearbeitung (Smika, 1990). Gegenüber konventionellen Verfahren steht mehr als 50% mehr Wasser zur Verfügung; gegenüber Wiese steigt die verfügbare Wassermenge nach 7 Jahren um 35% (Crovetto Lamarca, 1996). Die Stoppelbearbeitung zeigt Wirkung: die nutzbare Feldkapazität steigt bei pflugloser Bearbeitung um 19 mm jährlich mit Stoppelbearbeitung und nur um 3 mm/Jahr ohne Stoppelbearbeitung (Oleary, 1996). In Trockenjahren sind die Maiserträge auf den 3 Versuchsstandorten für pfluglose Bodenbearbeitung im Unterelsass signifikant höher als gepflügt.
Dies gilt besonders für die Direktsaat (mit Lockerung) und in geringerem Maße für Geräte mit Zinken (Grubber) (entgegengesetzte Ergebnisse zu früheren Jahren) (Huss, 2003).
Die Regenwürmer erhöhen die Speicherkapazität des Bodens in schluffigen Böden (Potthoff & Beese, 1999). Andere Autoren stellen keine generellen Unterschiede bei der Wasserspeicherung zwischen pflugloser und konventioneller Bearbeitung fest (Chang & Lindwall, 1989; Chang & Lindwall, 1992; Lal et al., 1989) oder lediglich in der tiefern Schicht (10-20 cm) (Maillard, Neyroud & Vez, 1995). Unter Direktsaat ist gegenüber Pflugbewirtschaftung eine bis zu 50 % geringere Abnahme des Makroporenvolumens durch Verdichtung festzustellen (Tebrügge & Düring, 1999), obwohl nach mehreren Jahren eine messbare Verbesserung des durch den Pflug geschädigten Gefüges in einer Tiefe von 20 cm zu erwarten ist (Pronin, 2003).

VORSTEHEND ZITIERTE AUTOREN UND DEREN VERSUCHSBEDINGUNGEN

RE (Chang & Lindwall, 1989) Kanada (Alberta) Lehm - 8 Versuchsjahre
RE (Chang & Lindwall, 1992) Kanada (Alberta) Lehm - 20 Versuchsjahre
RG (Crovetto Lamarca, 1996) Chile - pfluglos/konventionell/Wiese
M (Germon, 1994) Frankreich
RE (Grube, 2003) hessische Langzeitvergleichsstandorte
RE (Huss, 2003) F - Bas-Rhin - 3 Versuchsstandorte - Maismonokultur
RS (Kainz, 1989) D-Bayern - Modellierung des Erosionsverhaltens - Pflug/Mulchsaat
RG (Krück et al., 2001)
RE (Lafond et al., 1992) CDN - Saskatchenwan
RE (Lal et al., 1989a) USA drainierter Lehm - 12 Versuchsjahre
RE (Mahboubi et al., 1998) USA (Ohio) - Grubber/Pflug
RE (Maillard et al., 1995) CH-Changins - Pflug und Direktsaat in StandardFruchtfolge
RE (Nitzsche et al., 2000) Deutschland
RE (Oleary, 1996) Australien
RG (Potthoff & Beese, 1999) Deutschland
RE (Pronin, 2003) D-Brandenburg und RU-Novosibirsk - Lehmiger Sand und auf Schwarzerde
RE (Rasmussen, 1999) Skandinavien
M (Richard et al., 2004)
RE (Smika, 1990) USA - 12 Versuchsjahre
RE (Tebrügge, 2000)
RE, RG (Tebrügge & Düring, 1999) D-Hessen - Langzeituntersuchungen zu Direkt- und Mulchsaat

DruckenKontakt

Mit finanzieller Unterstützung aus dem Innovationsfond Klima- und Wasserschutz der badenova AG und Co.KG

logo_badenova

© Agentur Anna 2010