Die pfluglosen Verfahren erlauben eine Steigerung der Deckungsbeiträge (Besnard, 1994) und zwar umso mehr, wenn sie von einer Senkung des Betriebsmitteleinsatzes (Arbeitszeit und Geräte bei gleichbleibender Fläche) begleitet werden (Rieu, 2001). Der Deckungsbeitrag bleibt stabil oder er steigt (Fruchtfolge Weizen-Mais) um bis zu 150 €/ha (Revel, 2004). Unabhängig von der Größe der Fläche, jedoch noch mehr bei kleineren Flächen (10, 20, 30 ha) erlaubt die Direktsaat in jedem Fall einen wirtschaftlichen Gewinn (Steingruber & Hofer, 2001), insbesonders beim Einsatz von Lohnmaschinen (Schulze & Grimm, 2000).

 

KLOTZ & HAAG (2001) stellten den Kosteneinsparungen bei der Arbeitserledigung „deutlich rückläufige Markterlöse bei den pfluglosen Verfahren" von rd. -45,- €/ha bei Mulchsaat und 66,- €/ha bei Umstellung auf Direktsaat gegenüber. Trotz Gewährung des MEKA-Ausgleichs von 60 € und einer längerfristigen Einsparung von Festkosten durch Maschinenabstockung errechneten sie im Mittel aller Versuche einen Rückgang des Unternehmergewinns von rund 25,- €/ha.

SCHULZE & GRIMM (2000) errechneten für Mulchsaat auch kurzfristig, d.h. ohne Berücksichtigung einer Maschinenabstockung sowie ohne MEKA-Förderung Einkommensvorteile bei Zuckerrüben, Winterweizen und Triticale, bei Einbeziehung der MEKA-Förderung auch bei Sommergerste und Silomais. Der für die anderen Kulturen von SCHULZE & GRIMM (2000) errechnete Rückgang der Deckungsbeiträge gegenüber der Pflugvariante beruht vor allem auf Ertragsverlusten, die von vielen anderen Autoren und hier hauptsächlich von solchen, die Langzeituntersuchungen durchgeführt haben- nicht bestätigt werden (z.B. TEBRÜGGE 2001, ACKERMANN 2002, STREIT 2000, DERPSCH 2001).

 


Kosten unterschiedlicher Bodenbearbeitungsverfahren

Abbildung: Kosten unterschiedlicher Bodenbearbeitungsverfahren (Quelle: KERKHOF 2001, nach Daten vom KTBL)


Abbildung 1 gibt eine Übersicht über die Verfahrenskosten der unterschiedlichen Bodenbearbeitungssysteme. Bei der Berechnung ist auf KTBL-Daten zurückgegriffen worden. Einbezogen ist ein verringerter Arbeitszeitbedarf von rund 1 Akh bei Mulchsaat und 3 Akh bei Direktsaat mit einem Lohnansatz von 13 € und eine Abstockung des Maschinenbestandes. Das Ergebnis zur Mulchsaat wird im Wesentlichen von anderen Untersuchungen bestätigt (KLOTZ & HAAG 2001). KERKHOF (2001) betont, dass gut organisierte Betriebe mit geringeren Kosten wirtschaften als den vom KTBL angegebenen, verweist aber darauf, dass die Relation zwischen den Kosten der einzelnen Verfahren von höherer Bedeutung ist als die absolute Höhe. Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen von KERKHOFF (2001) zeigen, dass Einsparpotentiale im Ackerbau insbesondere bei den Arbeitserledigungskosten möglich sind.

 

Einen positiven ökonomischen Effekt stellten KLOTZ & HAAG (2001) nur für Winterweizen und Tritikale in Direktsaat, vor allem aber in Mulchsaat, fest (s. Tabelle). Sie konnten keinen Unterschied feststellen, wenn Körnermais in einer Fruchtfolge anstatt in Monokultur angebaut wurde. Andere Autoren betonen allerdings die Vorteile einer weiten Fruchtfolge auf das gesamte Produktionssystem und für alle Kulturen (z.B. STEMANN 2001). Für Winterweizen wiesen beispielsweise METZ & GARMHAUSEN (2000) deutliche Vorteile für die Vorfrüchte Raps und Leguminose nach.

 

Pflugloser Anbau brachte

(gegenüber Pflug)....

Mulchsaat Direktsaat

...Einkommensvorteile

(auch kurzfristig, d.h. ohne Maschinenabstockung und ohne MEKA-Förderung)

Zuckerrüben

Winterweizen

Triticale

Triticale

..Einkommensvorteile kurzfristig nur mit MEKA

(ohne Maschinenabstockung, 60€/ha MEKA für pfluglose Verfahren)

Sommergerste

Silomais

Winterweizen

...Einkommensvorteile auch langfristig nur mit MEKA

(nach Maschinenabstockung, 60€/ha MEKA für pfluglose Verfahren)

...Einkommensnachteile

(auch langfristig, d.h. nach Maschinenabstockung und mit MEKA)

Körnermais

Winterraps

Sommergerste

Silomais

Körnermais

Zuckerrüben

Winterraps

Tabelle: Einkommenseffekte verschiedener Kulturen und Anbauverfahren (Quelle: KLOTZ & HAAG 2001)


Nach Berechnungen von KLOTZ & HAAG (2001) brachte Mulchsaat unter Einbeziehung des
MEKA auf der Mehrzahl der Standorte langfristig gesehen (mit Maschinenabstockung) wirtschaftliche Vorteile. Für Direktsaat wurden dagegen auf der Mehrzahl der Standorte auch mit MEKA wirtschaftliche Nachteilen errechnet. Diese Aussage steht im Gegensatz zu Angaben anderer Autoren, die allerdings z.T. höhere Erträge erzielen konnten (z.B. TEBRÜGGE 2001, ACKERMANN 2002, STREIT 2000, DERPSCH 2001). TEBRÜGGE (2001) errechnete beispielsweise im langjährigen Mittel über alle Kulturen ökonomische Vorteile für die Direktsaat in Höhe von 7-23 % gegenüber dem Pflugverfahren. Diese Daten wurden auf der Basis von Versuchen erhoben, die Zwischen 1979 und 1986 angelegt wurden und bis heute fortgeführt werden. Hier scheint die Umstellung der Böden dahingehend fortgeschritten, dass die Vorteile der konservierenden Bodenbearbeitung voll zum Tragen kommen und in Ertrag umgesetzt werden.


KANSY & VETTER (1999) identifizierten in ihren Versuchen das Pflügen im Herbst als das wirtschaftlichste Anbauverfahren mit einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag von rund 161 € über der Direktsaat (Mulchsaat wurde hier nicht untersucht). Die Vorteile des Pfluges wurden von den Autoren vor allem auf höhere Erlöse sowie geringere Kosten des Pflanzenschutzes und der Aussaat zurückgeführt. TEBRÜGGE (2001) ermittelte im 20-jährigen Mittel eine Erhöhung des Pflanzenschutzmittelaufwandes für Direktsaat gegenüber Pflugfurche von 20-31 €/ha.

 

Vorstehend zitierte Autoren und deren Versuchsbedingungen

RS (Besnard, 1994) Simulation in 5 Regionen, gegenüber der Ausgangssituation Pflug
RE (Kansy & Vetter, 1999) D-Oberrhein - Mais
RS (Klotz & Haag, 2001)
RE (Revel, 2004) Software Deltameq - Netz von 86 Parzellen - 3 Jahre Vergleich Pflug/pfluglos
RG (Rieu, 2001) Frankreich
RE (Schulze & Grimm, 2001) D - Baden-Württemberg
RE (Steingruber et Hofer, 2001) CH-Zollikofen: Betriebsbuchhaltung
RG,RE (Tebrügge, 2001) Direktsaat - 1976-86

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