Als kritische Phase und Ursache von Ertragsverlusten bei pflugloser Bodenbearbeitung gilt der Feldaufgang (BOCKSTALLER & HANSON 1999), d.h. gemessen an der Zahl ausgesäter Samen der Anteil Jungpflanzen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Bodenoberfläche erscheinen. Allgemein hängt der Feldaufgang neben der Art der Aussaat und der Bodenvorbereitung vor allem von Auflaufkrankheiten und Schädlingsdruck ab, aber auch von der Bodenfeuchte und den Nährstoffverhältnissen.

Feldaufgang bei verschiedenen Aussaatverfahren

SCHULZE & GRIMM (2000) stellten Minderungen des Feldaufgangs bei Mulch- und Direktsaat bei Erbsen, Triticale, Winterraps und Winterweizen fest.

Mais, Winterroggen, Gerste und Zuckerrüben erreichten in diesen Versuchen auch bei Mulchsaat einen guten Feldaufgang.

KANSY & VETTER (1999) stellten auf Direktsaatflächen einen Ertragsrückgang von rund 10% fest, auf Reihenfrässaat-Varianten von ca. 5 % gegenüber der Pflugfurche im Herbst, die den höchsten Ertrag brachte.

 

Tabelle: Feldaufgang verschiedener Kulturen in Abhängigkeit vom Saatverfahren, Quelle: Schulze & Grimm (2000)

1) teilweise nur ein Ort und Jahr, daher noch nicht vergleichbar mit anderen Varianten, n = Anzahl der verfügbaren Datensätze (Orte und Jahre)

Forsch_2_Landwirtschaft_Feldaufgang

 

Ernterückstände der Vorfrüchte können Aussaat und Feldaufgang beeinträchtigen

Die Mulchsaat bewirkte in Versuchen von SCHULZE et al. (2000) durchschnittlich einen Rückgang des Feldaufgangs um 20%, die Direktsaat um 36%. Ertragseinbußen unter pfluglosen Bedingungen sind häufig auf Probleme mit der Aussaat zurückzuführen. Besonders Vorkulturen, die viel Stroh hinterlassen, führen zu Problemen bei der Saatgutablage von Winterungen. Der demzufolge schlechtere Feldaufgang kann als wesentlicher Faktor für den Ertragsrückgang angegeben werden. SCHULZE & GRIMM (2000) ermittelten in einem fünfjährigen Versuch geringe Einflüsse nach den Vorkulturen Hafer, Mais und Stilllegung, während Dinkel, Sommergerste, Triticale, Winterweizen und Erbsen einen schlechteren Feldaufgang der Folgefrucht bewirkten (vgl. Tabelle).

 

Tabelle: Feldaufgang in Abhängigkeit von der Vorfrucht und vom Saatverfahren. Quelle: SCHULZE & GRIMM (2000).

1) = modifizierte Direktsaat.

Forsch_2_Landwirtschaft_Feldaufg_Vorfrucht

 

Nährstoffverfügbarkeit zum Zeitpunkt des Feldaufgangs

Der Feldaufgang hängt auch davon ab, wieviel mineralisierter Stickstoff im Frühjahr zur Verfügung steht. Bei pfluglosen Verfahren tritt der Mineralisierungspeak oft verzögert auf, allerdings verursachten Versuche mit „Umbruch der Begrünung im November" von SCHULZE et al. (2000) im Winter etwas höhere Nitratwerte als die Verfahren mit Mulch- und Direktsaat. Damit besteht eine höhere Gefahr einer Nitratverlagerung bei frühem Umbruchtermin im Vergleich zu späten Terminen und insbesondere im Vergleich zu Verfahren der reduzierten Bodenbearbeitung.

HAVLIN et al. (1990) begründeten den Stickstoffkonzentrationsunterschied in den verschiedenen Fruchtfolgen mit der unterschiedlichen Menge an Pflanzenresten. Zum Aufbau von Dauerhumusformen spielt auch nach JUNG et al. (1980) die unterschiedliche Wirkung verschiedener Vorfrüchte eine wichtige Rolle.

Einfluss der Bodenbearbeitung

Bei Mulchsaat und Direktsaat stellten SCHULZE et al. (2000) Nachteile im Ertrag und vermehrten Unkrautdruck bzw. Durchwuchs bei Sommergerste fest. Die Probleme werden auf den fehlenden Bodenschluss bei der Aussaat zurückgeführt.




 

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