Die Reduzierung der Bodenbearbeitung wirkt sich insgesamt nicht negativ auf die Erträge aus, sofern es keinen Wasserüberschuss gibt, die Kultur den Boden in gutem Zustand hinterlässt und die Geräte in der Lage sind, ein

geeignetes Saatbett herzustellen, insbesondere bei Mais (Caneill & Bodet, 1994; Massé et al, 2004). Bei nicht gut drainierenden Böden ist eine Pflugsohlenlockerung erforderlich.

Verdichtete Bodenstrukturen sind bei pflugloser Bodenbearbeitung ungünstig für die Erträge - tiefe Lockerung kann Abhilfe verschaffen

Die Gesamt-Trockenmasseerträge werden von den beiden pfluglosen Bodenbearbeitungsverfahren kaum beeinflusst, wenn die Schläge zu Beginn keine Verdichtungen aufweisen. Bei Direktsaat liegen die Erträge jedoch systematisch niedriger (um 15 bis 55%). Dieses Extrembeispiel zeigt gut, dass der Zustand des Schlages bei der Auswahl des pfluglosen Verfahrens unbedingt zu berücksichtigen ist (Caneill & Bodet; 1994). Auf kalkhaltigen Tonböden ("boulbènes" in Südfrankreich) wirkt sich der Verzicht auf eine tiefgründige Bearbeitung nachteilig aus. Eine Pflugsohlenlockerung (35 cm) im Frühjahr kann den negativen Effekt einer verdichteten Struktur beseitigen. In diesem Fall sind die Erträge sogar etwas besser als unter Pflugbearbeitung. Bei sehr starken Verdichtungen kommt es nicht selten zu Ertragsverlusten von 20 bis 40 % (Porte-Laborde et al., 2002).

Interaktion von Feuchteeigenschaften des Schlags und Ertrag

Bei normal drainierenden Böden wirkt sich Direktsaat auf den Ertrag der Kulturen leicht vorteilhaft aus während auf Böden mit schlechter Infiltration mit dem Pflug die besten Erträge erreicht wurden (Dick & Van Doren, 1985). Auf schlecht drainierten Böden waren die Erträge bei Direktsaat wegen einer Verdichtung des Saatbetts am schlechtesten (Ball et al., 1994), und nach Pflugbearbeitung in anderen Versuchen am höchsten, dazwischen lagen Erträge nach Grubberbearbeitung (Griffith et al., 1988). Andere Autoren wiederum stellen keine Unterschiede zwischen den Bestellverfahren fest, egal ob der Boden gut, mittel oder schlecht drainiert war (Coote & Malcolm-McGovern, 1989).

Interaktion von Fruchtfolge und Ertrag

Mais-Monokultur reduziert den Ertrag lediglich um 4 dt/ha bei Direktsaat und um 1 dt/ha bei flacher Bodenbearbeitung (Frankinet et al., 1979). Massé et al (2004) kommen zu gleichen Erträgen bei Mais-Weizen, während es bei Mais-Monokultur (beregnet oder nicht) durch starke Bodenverdichtungen zu Einbußen kam. Ähnliche Ergebnisse wurden bei Weizen-Monokultur ohne Verbrennung des Strohs gefunden (Massé et al., 2004; Christian & Bacon; 1990; Ball et al., 1994).

Interaktion mit angetriebenen Bodenbearbeitungsgeräten

Die Bodenbearbeitung mit der Fräse hat zu keinen Einbußen beim Kornertrag von Mais und Sommerweizen geführt (Diez et al., 1988); bei Raps, Zuckerrüben und Winterweizen wurde sogar ein positiver Effekt festgestellt. Der Ertrag von Sommerweizen war jedoch niedriger als unter Pflugbearbeitung (Zumbach, 1980). Entgegengesetzte Ergebnisse mit demselben Gerät fand Maidl et al., 1988.

 

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