Phosphate und organisches Phosphor liegen vorwiegend an Bodenteilchen (kleine Bodenteile, Humuskolloide, Schluff, Feinsand und Ton) gebunden (sorbiert) vor und gelangen damit hauptsächlich über die Erosion dieser Bodenteilchen in die Gewässer.

Weniger Phosphataustrag in Oberflächengewässer aufgrund besserer Infiltration

Dadurch, dass unter pflugloser Bodenbearbeitung aufgrund der Makroporen mehr Niederschlagswasser in kurzer Zeit in die Tiefe abgeführt wird, wird der erosionswirksame Oberflächenabfluss vermindert. Oberflächengewässer werden dadurch auch weniger mit Phosphat belastet, das an Bodenkolloide sorbiert über die Erosion mit dem Boden abgetragen wird (FREDE und DABBERT 1999). Die erosionsbedingte Phosphatbelastung von Oberflächengewässern, die normalerweise mit einem Anteil von 85% die bedeutendste Quelle diffuser Phosphoreinträge in Gewässer darstellt, kann demnach durch pfluglose Bodenbearbeitung reduziert werden.

Dennoch kann die Erosion kann zu einem Verlust von 3 kg P/ha führen (Viaux, 2001).

Phosphorverluste

Die Phosphorverluste sind verschiedenen Autoren zufolge bei pflugloser Bearbeitung um den Faktor 1,7 bis 2,7 höher, weshalb empfohlen wird, die Phosphordüngung zu reduzieren (Ball et al., 1997; Rasmussen, 1999; Baker & Laflen, 1983; Gilley, 1995; Soileau et al., 1994). In Mais auf einem armen, drainierten tonig-lehmigen Boden wurde bei pflugloser Bearbeitung 2,2 Mal mehr Phosphor abgeschwämmt als auf gepflügtem Boden (vorwiegend gelöster Phosphor, mit dem größten Risiko der Eutrophierung), mit Konzentrationsspitzen im Frühjahr. Die Auswaschung direkt unter der Bodenoberfläche macht zwei Drittel der Phosphorverluste aus. Diese Verluste werden vermindert, wenn der Phosphordünger eingearbeitet wird. Andererseits reduziert die pfluglose Bodenbearbeitung die Drainage von Phosphor. Die schlechtesten Ergebnisse gibt es immer bei der Direktsaat (Gaynor, 1995).

Vorstehend zitierte Autoren und deren Versuchsbedingungen

RE (Angle et al., 1984) USA - Maïs - 6% Neigung im Einzugsgebiet
RG (Baker, 1985) USA - Zusammenfassung von 8 Versuchen
RE (Baker & Laflen, 1983) USA
RE (Ball et al., 1997) GB-Schottland - Pflug 20 cm/Direktsaat - Gerstenmonokultur
RE (Dowdell & Cannell, 1975) GB
RE (Dowdell et al., 1987) GB - Direktsaat/Pflug - Winterungen - 4 Jahre - Lehm
M (Eck et Jones, 1992) USA
M (Fawcett, 1995) USA
RG (Frede & Dabbert, 1998) Deutschland
RE (Gaynor, 1995) Kanada - Mais - Pflug/flache Bearbtg./Direktsaat - tonig-lehmig - 3 Jahre
M/RG (Germon et al., 1994) Frankreich
RE (Gilley, 1995) Europa
M/RE (Goss, 1990) GB - Wintergetreide - Pflug/flachgründig/Direktsaat - tonig, drainiert - 8 Jahre
M (Jordan et al., 2000) USA
M (Kanwar, 1997) USA
M (Kandeler & Bohm, 1996) USA
RE (Rasmussen, 1999) Skandinavien
RE (Soileau et al., 1994) Europa
RG (Viaux, 2001) Frankreich

 

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