Zusammenfassung

Pfluglose Bodenbearbeitungsverfahren können durch erhöhte Kohlenstofffixierung in organischer Substanz die CO2-Emission verringern. Auf der anderen Seite können bei Sauerstoffmangel im Boden Stickstoffverbindungen in  Lachgas umgewandelt werden, wodurch sich Lachgas-Emissionen erhöhen können. Die Bilanz an Treibhausgasen kann daher nicht eindeutig bestimmt werden.

Kohlenstofffixierung und reduzierter Treibstoffverbrauch verringern CO2-Emission

Eine Reduzierung der Bodenbearbeitung hat eine Verminderung der Mineralisierung und eine Anreicherung organischer Substanz im Boden zur Folge. Dadurch reichert sich Kohlenstoff im Boden an, statt als Kohlendioxid in die Luft zu entweichen.

TEBRÜGGE (2001) ermittelte in Langzeitversuchen über zehn Jahre und mehrere Standorte bei Direktsaat eine mittlere Anreicherung von organischer Substanz im Boden von 1,5 t*ha-1*a-1. Die organische Substanz enthält durchschnittlich 0,77 t C/t Trockenmasse. Je Tonne im Boden fixiertem Kohlenstoff wird die Atmosphäre um 3,7 t CO2 entlastet, so dass dadurch je Hektar Direktsaat jährlich 4,2 t CO2 fixiert werden können.

Darüber hinaus kann der Dieselverbrauch bei pflugloser Bodenbearbeitung nach Berechnungen von TEBRÜGGE (2001) um 44 l/ha gesenkt werden, was zu einer Entlastung der Atmosphäre von weiteren 134 kg CO2*ha-1*a-1 führt. Insgesamt ergibt sich aus den beiden genannten Komponenten bei Direktsaat eine CO2-Einsparung von 4,33 t*ha-1*a-1.

Abbau von Stickstoffverbindungen unter Sauerstoffmangel kann Lachgasemission erhöhen

Da das Gesamtporenvolumen pfluglos bearbeiteter Böden generell etwas geringer ist als bei gepflügten Böden, können hier eher anaerobe Abbaubedingungen auftreten, unter denen verstärkt Nitratatmung statt Sauerstoffatmung stattfindet. Ein solcher Abbau stickstoffhaltiger Verbindungen (Stickstoffdünger, organische Substanz) unter Sauerstoffmangel führt zu einer Freisetzung von Lachgas (N2O) als Zwischenprodukt zum inerten elementaren Stickstoff (N2).

Treibhausgas-Bilanz uneindeutig

Die Treibhausgas-Bilanz kann also durch höhere Lachgasemissionen verschlechtert werden (Richard et al., 2004; Holland, 2004).Thevenet (2001) berichtet, dass nach 28 Jahren der Vorrat an Kohlenstoff um 5 t/ha zugenommen hat, das entspricht einer Einlagerung von 1 t CO2/ha*Jahr. Die Lachgasbildung unter anaeroben Bedingungen kann bei pflugloser Bodenbearbeitung stärker sein. Es gibt aber auch gegenteilige Feststellungen (Arah et al., 1991), wobei im Labor kein Effekt festgestellt wurde (Groffman et al.; 1984). Six et al. (2002) haben einen Mittelwert aus allen bekannten Versuchen berechnet und kommen auf eine negative Bilanz pflugloser Verfahren in Höhe von 214 kg CO2/ha*Jahr. Er setzt sich zusammen aus einer Erhöhung der Festlegung von CO2 und Methan sowie einer höheren Freisetzung von N2O, welche den vorgenannten Effekt überkompensiert.

Vorstehend zitierte Autoren und deren Versuchsbedingungen

(Arah et al., 1991):  GB-Schottland
(Groffman et al.; 1984): Labor
(Holland, 2004): Europa - Versuchs-Zusammenstellung
(Richard et al., 2004): Frankreich
(Six et al., 2002): gemäßigte Klimate - Versuchs-Zusammenstellung - Direktsaat/konventionell
(Thevenet, 2001): F-Boigneville - Langzeitversuch


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