„Pfluglos" geht auf vielfältige Art und Weise

Je nach Standortvoraussetzungen wird gelockert bis auf Pflugtiefe, nur oberflächlich oder gar nicht. Die Pflanzenrückstände der Vorfrüchte können mehr oder weniger stark in die oberflächennahen Bodenschichten eingearbeitet werden. Eine Saatbettbereitung kann ganzflächig oder nur streifenförmig stattfinden oder auch ganz wegfallen. Im Vergleich zum Pflügen bekommen Arbeitsgänge wie die Stoppelbearbeitung und die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung mehr Bedeutung. Die eingesetzten Arbeitsgeräte und die Abfolge der Arbeitsgänge sind ebenso vielfältig.

Mulchsaat und Direktsaat

Den Extremfall konservierender Bodenbearbeitung stellt die Direktsaat dar, bei der auf eine Grundbodenbearbeitung und Saatbettbereitung grundsätzlich verzichtet wird und die Pflanzenrückstände vollständig an der Oberfläche belassen werden. Die Aussaat findet mittels spezieller Direktsaatmaschinen ohne vorhergehende Bodenbearbeitung in die bestehende Mulchschicht statt. Alle anderen Formen der pfluglosen Bodenbearbeitung sollen hier unter dem Begriff Mulchsaat i.w.S. zusammengefasst werden.

Fokus auf „Verfahren"

Die Methoden der pfluglosen Bodenbearbeitung müssen als Anbausysteme betrachtet werden, d.h. als Gesamtheit der Bodenbearbeitungsgänge und begleitenden Maßnahmen zwischen Ernte und Aussaat der folgenden Hauptfrucht.

Einteilung nach ...

Der Begriff „pfluglose Bodenbearbeitung" umfasst ein breites Spektrum von Anbauverfahren, die sich einerseits in der Ausprägung der Grundbodenbearbeitung (Lockerung) und Saatbettbereitung, andererseits in der Ausprägung der Mulchschicht, also dem Grad der Vermischung der Pflanzenrückstände mit den oberflächennahen Bodenschichten unterscheiden.

 

Der Übersicht halber werden die pfluglosen Verfahren zunächst nach mechanischen Kriterien eingeteilt: Welcher Art ist die nicht-wendende Bodenbearbeitung und wie tief greift sie in das Bodenprofil ein?

  • Findet vor der Saatbettbereitung eine Bodenlockerung statt? Wie tief?
  • Findet eine Saatbettbereitung überhaupt statt? Wie sieht die Saatbettbereitung bzw. die Stoppelbearbeitung aus?

Aus der Art und Intensität der Bodenbearbeitung ergibt sich der Anteil der oberflächlichen bzw. oberflächennahen Ernterückstände. Als bodenkonservierend wird ein Verfahren dann eingestuft, wenn mindestens 30% der Ernterückstände an der Oberfläche verbleiben.

Weitere Merkmale

Der Vergleich der drei wesentlichen Verfahren der Bodenbearbeitung (Pflug / Mulchsaat / Direktsaat) in der nebenstehenden Abbildung veranschaulicht deren Unterschiede in der Tiefe der Bearbeitung und dem Anteil an Ernterückständen an der Oberfläche und skizziert die in der Arbeitsabfolge eingesetzten Geräte. Die Wahl des Verfahrens und damit auch die Abfolge und Kombination der eingesetzten Geräte hängt wesentlich von den Standortfaktoren und von der Fruchtfolge ab.
Die Effekte der angewendeten Verfahren spiegeln sich im Bodenprofil wieder.

 

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Die verschiedenen Arten der Bodenbearbeitung (für vergößerte Ansicht bitte auf Abbildung klicken). Darstellung aus ITADA (2006): Abschlussbericht, zusammengestellt aus folgenden Quellen: TEBRÜGGE & DÜRING (1999); DESWARTES-IHEDREA et al. (2001); SOLTNER (2000); VIAUX (2001); BARTHELEMY & BILLOT (1991)

 

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