Unter Direktsaat versteht man die Bestellung ohne jegliche Grundbodenbearbeitung oder Saatbettbereitung seit der vorangegangenen Ernte. Es erfolgt nur die für die Platzierung der Saatkörner unerlässliche mechanische Bearbeitung: zur Ablage der Samen wird der Boden einschließlich der Mulchschicht aufgeschlitzt und über den Samen wieder geschlossen.

Die Merkmale:

  • Die Ernterückstände verbleiben vollständig an der Bodenoberfläche.
  • Der Boden ist immer durch eine Mulchschicht bedeckt. Diese Mulchschicht besteht aus Ernterückständen oder aus Zwischenfrüchten.
  • Das Saatgut wird direkt in die Mulchschicht abgelegt. Dazu sind Direktsämaschinen notwendig, die die Mulchschicht mit hoher Schlagkraft durchdringen bzw. die Schlitze für die Saatgutablage einschneiden.

Maschinen:

Gesät wird mit Spezial-Sämaschinen oder robusten herkömmlichen Maschinen, die mit geeigneten Organen zum Eindringen in den Boden ausgestattet sind.

Einschränkungen:

Der Erfolg der Direktsaat hängt stark von den eingesetzten Geräten und von den örtlichen Verhältnissen (Art des Schlages, Bodencharakteristik, Anforderungen der Kultur, Art der Vorfrucht) ab. Die verschiedenen einsetzbaren Gerätschaften verhalten sich gegenüber verschiedenen Herausforderungen nicht in gleicher Art und Weise.
Unter manchen Umständen eignet sich Direktsaat nicht, z.B. sind folgende Einschränkungen zu nenen:

  • Steine in großer Zahl können deren Zermahlung erforderlich werden lassen. Einige Geräte reagieren sehr empfindlich auf Verstopfungen durch Erde oder Ernterückstände.
  • Tiefe Fahrspuren von der Ernte oder Behandlungen der Vorfrucht können schaden, wenn das eingesetzte Direktsaat-Werkzeug den Boden nicht sehr gut einebnet.
  • Eine unzureichende flachgründige Drainage (aufgrund natürlicher oder anbaubedingter Verdichtungen) wirkt sich negativ aus, wenn die Porosität des Unterbodens nicht durch Bodenbearbeitung verbessert wird.
Link zur Reihenfrässaat im Maisanbau
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