Die mechanische Bearbeitung des Bodens findet nur noch oberflächennah statt - je nach Umweltbedingungen unter- oder oberhalb des Saathorziontes (zwischen 5 – 10 cm bzw. < 5 cm). Auf eine Lockerung in der Tiefe wird verzichtet. Die Reststoffe von Vor- oder Zwischenfrüchten werden ganzflächig flach eingearbeitet. Die Saat erfolgt in diese gemulchte oberste Bodenschicht.

Bodenbearbeitung bedeutet bei der flachen Mulchsaat vor allem Stoppelbearbeitung (Förderung der Strohrotte, Keimung von Ausfallgetreide und Unkraut, Krankheitsvermeidung) und bei Bedarf auch Saatbettbereitung. Die Anzahl der Arbeitsgänge hängt von der Wahl der Werkzeuge, dem Boden und der Sätechnik ab.

Die Entscheidung ob mit oder ohne Saatbettbereitung gearbeitet wird, ist abhängig vom Bodentyp und den Klimaverhältnissen, sowie von angebauten Früchten, Zwischenfrüchten und Fruchtfolgen.

Man unterscheidet die Varianten

Flachgründige Mulchsaat mit Saatbettbearbeitung

Direkt vor oder bei der Aussaat findet noch ein Arbeitsgang der Saatbettbereitung statt (Einzelgeräte oder Saatbettkombinationen). Dieses Verfahren eignet sich dort, wo sich Böden langsam erwärmen oder schlecht abtrocknen.
Erfolgt die Saatbettbereitung nur streifenförmig auf einem ansonsten unbearbeitet belassenen Acker, wird von Streifenbearbeitung gesprochen.

Flachgründige Mulchsaat ohne Saatbettbereitung

Die Reststoffe der Vor- oder Zwischenfrucht verbleiben auf der Bodenoberfläche. Dieses Verfahren bietet sich für erosionsgefährdete Standorte an, da durch das Nicht-Bearbeiten des Ackers im Frühjahr die Spurenbelastung verringert und eine stabilere Bodenstruktur erreicht wird.

Sonderformen zwischen Mulch- und Direktsaat

Dammkultur (ridge-till)

Eine Bodenbearbeitung findet lediglich auf Dämmen statt, die maximal 1/3 der Reihenfläche einnehmen. Der Rest des Bodens zwischen den Dämmen bleibt unbearbeitet und wird durch eine Mulchschicht aus Ernterückständen bedeckt. Die Aussaat findet auf den Dämmen statt, deren Spitze vorher abgefräst wird, die Dämme werden immer wieder angehäufelt und nie verdichtet, da alle Maschinen in derselben Spur fahren.

Streifenbearbeitung / Reihenfrässaat (strip-till)

Der Boden bleibt dauerhaft unbearbeitet bis auf Streifen von einigen Zentimetern Breite, die flachgründig bearbeitet werden und in denen das Saatgut abgelegt wird. Im Oberrheingebiet wird seit 1992 das Verfahren der Reihenfrässaat im Maisanbau erprobt, bei dem die Saatbettbereitung in Reihen mit einer Fräse direkt vor der Aussaat vorgenommen wird. Eingesetzt wird dabei das Gerät Ökosem III der Fa. Althaus.

Reihenfrässaat: Endbericht zur Erprobung am Oberrhein

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